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Kennst Du die 3 Konfliktauslöser für Deinen Beziehungsstress?

Beziehungsstress: Welcher Konfliktauslöser?

Jede Beziehung kennt ihre ganz persönlichen Konfliktauslöser. John Gottman, ein amerikanischer Beziehungsforscher definiert in seinem Buch „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ 17 verschiedene Konfliktherde einer Ehe. In diesem Artikel stelle ich davon 3 aus meiner Sicht sehr relevante Konfliktauslöser für Beziehungen dar. Dabei habe ich eine Auswahl der Konfliktursachen getroffen, die sich mit meiner Erfahrung als Mediator decken.

Bei  Paaren, die zu mir in die Mediation kommen sind Konfliktauslöser und Konfliktursachen oft hinter Alltagsstreitigkeiten „versteckt“. Manchmal sind sie die Platzhalter für „ewige Konfliktspiralen“. Ewige Konfliktspiralen sind Streitigkeiten, die „immer“ gleich beginnen und eskalieren. Hier werden – so meine Beobachtung – die Eskalationsstufen immer heftiger, da wir es als Paare miteinander nicht mehr schaffen den Konflikt zu lösen.

In diesem Beitrag gehe ich auf 3 Konfliktauslöser ein und gebe Euch dazu neben den Kennzeichen auch einige Ideen, was ihr tun könnt, wenn ihr diesen Konfliktauslöser in Eurer Beziehung zu gut kennt.

1. Wir entfernen uns gefühlsmäßig voneinander

Kennzeichen: Wenn es schwer wird miteinander zu reden oder Du das  Gefühl hast, dass Dein Partner / Deine Partnerin Dich nicht gut kennt bzw sich nicht emotional für Dich interessiert.

Was Du tun kannst: Lerne die Partnerlandkarte Deines Partners kennen. Die Partnerlandkarte ist konkretes Beziehungswissen. Dabei geht es weniger darum etwas über Beziehungen zu wissen, sondern vielmehr darum über Deinen Partner / Deine Partnerin und persönliche Vorlieben, Hintergrund, Beruf, Familie, Wünsche, Werte, Ziele etc.etc. zu wissen. Beispiele für Fragen, die ihr euch stellen könnt findest Du im Beziehungskoffer und auf der Facebook-Seite des Beziehungskoffers.

Die Beziehungsreise: Lerne Deine Partnerlandkarte kennen.

Dieser Konfliktauslöser wird von Scheidungspaaren am Meisten als Scheidungsgrund genannt. Das Wording ist hier etwas anders, da Paare sagen, dass sie sich auseinander gelebt haben. Damit ist der oben beschriebene Konfliktauslöser eine Beschreibung der erstmaligen Gefühls sich auseinander gelebt zu haben.

2. Streß von außerhalb schwappt in unsere Beziehung über

Kennzeichen: Es geht bei den Stressauslösern um Dinge / Situationen, die nichts direkt mit der Ehe zu tun haben, sondern die von außen in die Ehe reinspielen. Es kann Berufsstress sein, den einer am anderen auslässt. Meistens fällt es Paaren schwer über Stress miteinander zu sprechen, bzw. sie helfen einander nicht dabei den Stress zu reduzieren. Dazu kommt das Gefühl dass er/sie Dir nicht richtig zuhört, wenn Du von Deinem Stress erzählst. Ein weiterer Indikator dafür, dass ihr diesen Stressfaktor kennt, ist wenn Dein Partner / Deine Partnerin den beruflichen / alltäglichen Stress an euren Kindern auslässt.

Was kann ich tun? Suche das Gespräch. Finde alles heraus über den Stress, das Dir zugänglich ist. Sorge dafür, dass das Gespräch stattfindet wenn Du Zeit hast zuzuhören und gehört zu werden, indem Du Störquellen wie Smartphone und TV ausschaltest. Versuche Aktiv zuzuhören. Eine Anleitung dazu findest Du im Beziehungskoffer bzw. hier.

Beziehungsstress = wenn es schwierig wird zuzuhören

3. Unsere Beziehung ist unromantisch und leidenschaftslos geworden

Kennzeichen: In diesem Konfliktherd fehlt es an Zuneigung. Es fehlen Worte und Taten und kaum Berührungen. Hiervon betroffen sind auch Paare, die kaum noch kuscheln.

Was kann ich tun? In diesem Fall ist die Beziehung dabei auszutrocknen und braucht wieder ein wenig Brennstoff. Hier hilft der 6-Sekunden-Kuss bzw. eine tägliche lange Umarmung. In der Spiele-Box für Paare findest Du Happy Messages. Dies sind kleine LIebesbotschaften für den Beziehungsalltag, die helfen wenn es schwierig geworden ist was nettes zu sagen. Sie bringen Dein Herz zum Lachen.

 Ausblick zum Beziehungsstress

Dies waren 3 von 17 verschiedenen Konfliktauslösern die John Gottman definiert hat. In den nächsten Blogbeiträgen werde ich andere Konfliktauslöser vorstellen. Unabhängig davon welcher Konfliktauslöser für Eure Beziehung „passt“, geht es darum Wege zu finden, wie ihr mit euren Konflikten umgehen könnt und sie – sofern möglich – lösen könnt.

Was sind Deine / Eure Konfliktauslöser? Worüber streitet ihr euch am meisten und wieso? Sind es Variationen von den oben genannten Auslösern oder ist es ganz was anderes was Dich auf 180 bringt?

Ich freue mich auf Deine Kommentare!

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Urlaub – das letzte Beziehungskapitel vor der Trennung?

Die Vorfreude auf den Urlaub ist groß. Endlich frei. Zeit mit den Kindern. Mit dem Partner / der PartnerIn. Doch dann kommt alles anders. Streit, Langeweile, Paralellaktivitäten  statt Gemeinsamkeiten.business people Zum Überdecken gibt es jeden Tag von Morgen bis Abend VIEL Programm. Damit Mann  und Frau sich nicht miteinander auseinandersetzen müssen.  Oder das Paar lebt im Urlaub nebeneinander her, indem es ständig online ist und das Smartphone zum besten Freund / der besten Freundin wird. Dies ist für bis zu 72% der befragten Urlauber der Fall! Wie sich das anfühlt, wenn Du nicht mehr gesehen wirst, siehst du in einem viralen Video hier.

Ursachen für Beziehungsflauten

Der Grund für die Beziehungsflaute? Im Alltag ist so vieles zu tun, dass Paare nicht merken, wie sie auseinandergleiten. Wie ihr Leben nebeneinander statt miteinander stattfindet. Mitten im Urlaub fehlen dann plötzlich die Worte. Viele Minenfelder unbewältigter Konfliktthemen tun sich auf. Oder blinde Flecken werden vom Partner / der Partnerin sichtbar gemacht.

Wie kann ich dafür sorgen, dass mir/uns das nicht passiert? Tipps für einen schönen Urlaub

1. Gute Vorbereitung auf den Urlaub ist wichtig.

Entspannte Kommunikation
Liebe in einer Partnerschaft

Definiere eine Vorurlaubsphase. Mit Vorfreude beginnst Du Deine Aufmerksamkeit auf den Partner / die Partnerin zu richten. Mehr miteinander zu reden. Und noch viel wichtiger: Sorge dafür, dass Dein/e Partner/in sich von Dir gesehen und gehört und verstanden fühlt. Wie das geht?

  • Mache ein Kompliment am Morgen, wenn Dir was Neues an seinem / ihrem Outfit auffällt.
  • Höre, wenn er/sie am Abend nach der Arbeit erzählen will. Drehe den Fernseher ab und höre zu. Keine Lösungsvorschläge, unterbreche mal 3 Minuten lang nicht, wenn Dein Partner / Ihre Partnerin etwas erzählt. Das kann ganz schön schwierig sein. Schaue auf die Uhr!

Wenn Dein/e Partner/inn sich gesehen, gehört und verstanden fühlt, heißt das noch lange nicht dass er/sie mit allen Dingen einverstanden ist. Dafür hast Du eine Kommunikationsbasis geschaffen, die es ihm/ihr erleichtert sich zu öffnen, sich auszutauschen und Dir zuzuhören.

2. Im Urlaub: Schaffe Dir und Euch Freiräume: Freiräume sind Momente und Erlebnisse, die nur Dir oder nur ihm/ihr oder nur euch beiden gehören. Hier ein paar Ideen dazu:

  • Morgenstund´hat Gold im Mund´: Steht abwechselnd auf und richtet das Frühstück bzw. übernehmt die Morgenroutine für den anderen. Der/die Andere Füße_Kind_Erwachsener_Herbert_Flickrkann diese „Morgenstunde“ nutzen, um
    • Sport zu treiben (1 Stunde Nordic Walking, 1 STunde laufen gehen, Spaziergang am Strand/in den Bergen / im Wald)
    • Liegen bleiben und schlafen
    • Liegen bleiben und lesen
  • Mittags / Abends: Wechselt euch bei den organisatorischen Dingen ab. Einer kocht, der/die Andere „hat frei“
  • Detox-Time: Vereinbart die Zeiten am Tag an denen ihr keine Smartphones, kein Ipad und keinen Fernseher nutzt. Je länger ihr das schafft, desto besser. Spielt etwas miteinander. Redet miteinander. Wenn das schwierig ist, dann spielt ein Gesellschaftsspiel oder die Spiele-Box für Paare. Wichtig ist wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn das macht meistens Lust auf mehr.

3. Nach dem Urlaub: Alles ist gut gegangen und wir kehren wieder in den Alltagstrott zurück? Oder doch lieber nicht? Schafft ihr es euch Freiräume füreinander und miteinander zu organisieren? Wenn ihr wisst was Kiss at the beachihr gemeinsam und alleine wollt, sollte dies möglich sein. Setzt euch zusammen und macht einen Plan.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Und: SCHÖNEN URLAUB 🙂

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Wie reagieren Kinder auf eine Scheidung?

Eine Scheidung bei Paaren mit Kindern hat – zumindest – 2 Ebenen. Auf der einer Ebene geht es um die Trennung der Erwachsenen. Zwei Partner gehen auseinander. Auf der anderen Ebene geht es um die Trennung als Eltern. Diese Trennung wirkt sich primär auf die Kinder aus. Denn für die Kinder trennen sich nicht Mann und Frau, sondern die Eltern. Es kommt zu einem Bruch ihrer Normalität und ihres Alltags. Unabhängig vom Trennungsmodell müssen Kinder nach der Scheidung abwechselnd auf einen Elternteil verzichten.

Die Paar-Ebene der Scheidung
Die Paar-Ebene der Scheidung

Die Reaktionsmuster von Scheidungskindern

Auf die Trennung ihrer Eltern reagieren Kinder sehr unterschiedlich. Laut der dänischen Familientherapeutin Ana Prip Brandt gibt es hier drei verschiedene Reaktionsmuster:

  • Einfrieren
  • Flucht
  • Angriff

In allen drei Fällen registrieren Eltern eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Kindern.  Denn Kinder fangen an  zu überlegen, was sie ihren Eltern „zumuten“ können. Die Kommunikation der Kinder mit den Eltern verändert sich. Dies betrifft vor allem die Dinge über die Kinder gerne aus freien Stücken mit ihren Eltern sprechen.

Das Gefühl der Einsamkeit bei Scheidungskindern

Ein weitere Folge von Scheidungen ist für viele Kinder das Gefühl der Einsamkeit. Der Fokus liegt bei den Eltern (denn es ist ja „ihre“ Scheidung, „ihr Drama“). Somit versuchen die Kinder den Eltern „zu helfen“. Viele Kinder fühlen sich bei Scheidungen und vor allem danach einsam und alleine gelassen.

Dies wird dadurch bestätigt, dass wesentlich weniger Kinder professionelle Hilfe und Begleitung erhalten als Erwachsene.

Laut einer Untersuchung in Dänemark erhalten nur 11% der Kinder Unterstützung um die Krise, die eine Scheidung darstellt zu meistern. Im Vergleich dazu suchen 29% der Eltern Hilfe und erhalten diese. In Dänemark sind die Zahlen zudem weit „positiver“ als dies in vielen anderen Staaten der Fall ist, da das Scheidungssystem eine staatliche Begleitung und professionelle Unterstützung vorsieht. Der Staat finanziert z.B. Mediation, Coaching und psychologische Hilfe. In Österreich und Deutschland ist diese Form der professionellen Unterstützung in vielen Fällen selbst zu finanzieren. In einigen Fällen werden Mediationen und psychologische Unterstützung vom Staat mitfinanziert. So oder so ist es noch nicht „üblich“ sich oder den eigenen Kindern im Falle einer Scheidung professionell begleiten zu lassen. Dennoch erlebe ich bei einer steigenen Anzahl meiner Klienten und Klientinnen, dass sie dazu bereit sind ihre Kinder im Laufe der Scheidung und danach begleiten zu lassen.

Hilfe! Ich halte es nicht mehr aus.
Hilfe! Ich halte es nicht mehr aus.

Was kann ich tun, wenn ich Hilfe brauche?

Lassen Sie sich helfen. Suchen Sie einen Familientherapeuten / eine Familientherapeutin, der/die diese schwierige Zeit des Übergangs begleitet. Dies ist nicht nur für Sie wichtig, sondern primär für ihre Kinder. Und für die Kommunikation zwischen Ihnen und ihren Kindern.

Denn für die Kinder bleibt die Trennung unklar. Die Ursachen nicht nachvollziehbar. Die Veränderung sehr real. Die Auswirkung in auf ihre Alltagssituation auch. Denn ab sofort fehlt einer von beiden. Ab sofort fühlen sich die Kinder verantworlich für das Wohl des Elternteils der mehr leidet, bzw. sich als Opfer outet. Damit kommen Kinder in eine Situation, Verantwortung für das Wohl ihrer Eltern zu übernehmen. Ob sie das wollen oder nicht. In den Gedanken der Kinder spielen sich Dinge ab, die da streng genommen nicht hingehören.

Wie reagieren Kinder langfristig auf eine Scheidung?

Langfristig zeigen Studien, dass sich Kinder für die Scheidung direkt verantwortlich fühlen. Oft ist dies der Fall, da sich die Eltern oft über Erziehung, Alltagssituationen mit Kindern gestritten haben. Dabei erscheint es mir wesentlich zu verstehen, dass bei Kindern im Fall der Scheidung etwas anderes „abgeht“ als bei Erwachsenen. Und dass Erwachsene oft so in die eigenen Gefühle und Bedürfnissse verstrickt sind während der Scheidung, dass sie gar nicht oder nicht wirklich mitkriegen was sich bei den Kindern abspielt. Gerade strittige Scheidungen und Trennungen binden die Energie der Erwachsenen und zwingen den Fokus auf den ungeliebten Ex / die ungeliebte Ex. Somit fehlt oft die Energie sich mit der Situation der Kinder auseinanderzusetzen.

Scheidung und Trennung
Scheidung und Trennung

Gerade deshalb ist es wichtig, sich vor der Entscheidung zur Trennung Hilfe zu suchen. Dies ist einerseits Hilfe für einen selbst (z.B. Coaching, Mediation) und andererseits Hilfe für die Kinder. Scheidungen sind langfristige Einbrüche und Knicke in der eigenen Lebennsgeschichte. Dazu kommt die Auswirkung auf die langfristige Bindungsfähigkeit und Bindungssicherheit der Kinder.

Egal was Sie vorhaben – holen Sie sich rechtzeitig Hilfe. Damit es für alle direkt und indirekt beteiligten Personen einfacher wird.. Studien zeigen, dass Trennungen und Scheidungen Auswirkungen auf die eigene Gesundheit und das eigene Leben haben wir ein Tod einer nahestehenden Person. Nehmen Sie Ihre Scheidung ernst. Lassen Sie sich begleiten. Damit Sie über die Folgen und Auswirkungen für alle Beteiligten Bescheid wissen und rechtzeitig agieren können.

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Scheidung: Mehr Frauen als Männer erleiden Herzanfall

Forscher der amerikanischen Duke-University über einem Zeitraum von fast 20 Jahren (1992 bis 2010) die Daten von 15.827 Personen analysiert. Jede 3. Person erlebte in diesem Zeitraum mindestens eine Scheidung. Die Analyse der Daten zeigte, dass geschiedene  Männer und Frauen über ein höheres Risiko verfügen einen Herzinfarkt zu erleiden als nicht geschiedene Personen. Die Forscher gehen dabei davon aus, dass eine Scheidung sich wie chronischer Stress auswirkt und daher gesundheitsgefährdend sein kann.

Scheidungen führen zu chronischem Stress
Scheidungen führen zu chronischem Stress

Dies entspricht auch meiner Beobachtung als Mediator im Bereich Trennung und Scheidung. Die meisten Paare leiden nicht nur kurzfristig sondern über einen längeren Zeitraum an ihrer Scheidung. Scheidungen bringen oft Geldsorgen und andauernde Kommunikationskonflikte mit dem Ex-Partner mit sich. Kein Wunder also, dass Scheidungen oft chronischen Stress auslösen. Mittlerweile gehen Forscher davon aus, dass die gesundheitliche Auswirkung einer Scheidung mit einem Todesfall in der Familie, hohem Blutdruck oder Diabetes verglichen werden kann.

Die Forscher der US-Universität Duke University gehen davon aus, dass die veränderten Lebensbedingungen (z.B. Einbußen im Einkommen) langfristig zu Stress führen. Durch den Stress wird das Immunsystem dauerhaft belastet. Dies wieder ist eine der Gründe, dass Geschiedene eher krank werden, bzw. für Herzanfälle anfälliger sind.

Überraschend ist, dass Frauen nach Scheidungen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben einen Herzanfall zu erleiden, als dies bei Männern der Fall ist. Geschiedene Frauen erlitten im Beobachtungszeitraum um 24% wahrscheinlicher einen Herzanfall als Frauen, die in diesem Zeitraum verheiratet geblieben sind. Bei mehrfahren Scheidungen unterscheidet sich der Wert um 77%!! Der Vergleichswert für Männer waren 10% höhere Herzanfallrate bzw. 30% bei mehrfacher Scheidung.

Also was kannst Du machen, damit Du Deine Scheidung möglichst unbeschadet überstehst?

In meinen Scheidungsmediationen stelle ich fest, dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist. Dies ist wenig überraschend. Paaren geht es besser, wenn sie es im Laufe der Scheidung schaffen sich miteinander abzustimmen,  zu unterhalten und auszutauschen.

Bei Scheidungen sind Konflikte normal. Die Frage ist

  • wie (respektvoll oder „unter der Gürtellinie) und
  • wo (gerichtlich oder im Rahmen der Mediation) sie ausgetragen werden.

Mediation ist hier eine von mehreren Möglichkeiten, wie Paare – die kein Paar mehr sein wollen – durch diesen schwierigen Prozess begleitet werden. Denn oft schaffen sie es nicht mehr miteinander zu sprechen, ohne dabei einen der 4 apokalyptischen Reiter zu aktivieren. Und dies macht es fast unmöglich Lösungen zu finden. Ein geschulter Mediator trägt dazu bei, dass die Kommunikation geregelt abläuft, die wesentlichen Dinge besprochen werden und eine Scheidungsvereinbarung erstellt wird die für alle Beteiligten (incl. Kinder) nachhaltig ist.

 

Aber was noch viel wichtiger ist….

Eine dauerhaufte Gesprächsbasis nach der Scheidung
Mediation – wenn Du Deine Kommunikation begleiten lässt…

Die meisten Scheidungspaare sind so in ihre Scheidung verstrickt, dass sie den Blick für das wesentliche verlieren. Das ist die Zeit nach der Scheidung. Wenn Kinder involviert sind, ist dieser Zeitrahmen oft viel länger als die Beziehung / die Ehe angedauert hat. Gerade wenn es um Themen wie Schule, Urlaub, Geburtstage, Familienfeste (z.B. Weihnachten) geht, besteht oft erneuter Kommunikationsbedarf. Da hilft es, wenn Paare auf „ihren“ Mediator zurückgreifen können. Denn die meisten Paare erleben den geschützten Rahmen einer Mediation als sehr wohltuend. Hier ist es nicht nur möglich Vereinbarungen zu treffen, sondern auch Gehör für die eigene Position und Bedürfnisse zu finden.

Aus meiner Sicht ist der „heilsame“ Effekt eines guten Gespräches miteinander – z.B. im Rahmen einer Mediation – ein sehr effektiver Stresskiller. Regelmäßige „Updates“ nach der Scheidung sorgen dafür, dass sich bei Paaren weniger oft chronischer Stress entwickelt, da sie miteinander – auch in schwierigen Situationen – in Kontakt bleiben. Hier geht es nicht darum die Paarbeziehung zu retten, sondern darum die Elternbeziehung respektvoll und nachhaltig zu unterstützen. Dies geschieht einerseits zum Wohl der Kinder und andererseits – siehe die obige Studie – damit die Eltern selbst auf ihre Gesundheit achten.

Die Studie der Duke University findest Du hier.

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Die Abwärtsspirale: Vom Streit bis zur Trennung – wie kommen Sie da raus?

Laut einer dänischen Umfrage unter 1009 Paaren (Alter 18-74) sehen 16% der befragten Paare Streit als ein großes Problem in der Beziehung und 46% davon wollen sich wegen der Streitereien trennen! D.h. jede zweite Beziehung in der viel gestritten wird, ist trennungs- bzw. scheidungsgefährdet.

Streit führt zur Trennung in Partnerschaften
Vom Streit zur Trennung im Beziehungsalltag?

Was sind die häufigsten Auslöser für Streitigkeiten in einer Paarbeziehung?

Die häufigsten Auslöser  für Streitigkeiten in der Beziehung sind:

  • Uneinigkeit über die Aufgabenteilung zuhause: 23%
  • Einhalten von Vereinbarungen: 6%
  • Geld: 6%
  • Kindererziehung: 4%
  • Sex: 3%
  • Eifersucht: 3%
  • Arbeit: 1%
  • Andere Ursachen. 9%

Warum streiten Paare? Streit entsteht oft weil sich die Kommunikation abnutzt und unser Aktives Zuhören im Laufe der Beziehung abnimmt.  Wenn wir nicht mehr zuhören und nachfragen, so ist es uns kaum mehr möglich unsere Partner zu verstehen. Und so verlieren wir die Möglichkeit die Bedürfnisse und Wünsche unseres Partners rechtzeitig (!) zu erkennen.

Was kann ich tun? Wenn Sie feststellen, dass Sie immer wieder streiten und sich im Kreis drehen und sich der Streit immer wieder an den selben Dingen entfacht, ist es Zeit aktiv zu werden. Setzen Sie sich für ihre Beziehung ein. Bevor es zu spät ist.

Wie kann ich Streit in meiner Beziehung bewältigen?

Step 1: Nehmen Sie die Luft raus

Wenn der Streit eskaliert braucht das Thema und das Paar eine „Auszeit“. Setzen Sie auf Deeskalation, indem Sie eine der folgenden Dinge probieren:

  • Time-Out / STOP: Vereinbaren Sie ein Zeichen, dass Sie mit den Händen machen können, wenn Ihr Partner / Ihre Partnerin zu weit geht bzw. der Streit ausser Kontrolle gerät. Schweigen Sie dann beide mindestens eine Minute lang, während Sie sich gegenübersitzen. Versuchen Sie dabei an ganz etwas anders zu denken. Wenn möglich, sollte es etwas schönes aus der gemeinsamen Beziehungszeit sein.  Dann steigen Sie wieder ein, indem Sie versuchen in „Ich-Botschaften“ miteinander zu sprechen.
  • Einer Spricht / der Andere hört zu: Versuchen Sie diese „Paarkommunikationsregel“ gemeinsam durchzuhalten. Das ist schwierig. Es wirkt jedoch de-eskalierend. Vorausgesetzt Sie schaffen es wirklich zuzuhören.

Step 2: Beginnen Sie wieder zuzuhören.

Woran merken Sie, ob Sie richtig zuhören? Sie hören nicht wirklich zu, wenn

  • Sie sich bereits ein (Gegen)Argument zurecht legen, während ihre Partner/Ihre Partnerin spricht.
  • Sie Ihn/Sie unterbrechen.
  • Sie es nicht aushalten zu warten bis Er/Sie den Gedanken fertig ausformuliert hat.
  • Sie auf einen Vorwurf mit einem Gegenvorwurf reagieren. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihren Partner/ ihre Partnerin verletzt hat / gekränkt hat. Hören Sie aktiv zu und fragen Sie solange nach, bis Sie genau verstanden haben was er/sie sagen möchte.
  • Sie es nicht schaffen so lange bei seinem / ihrem Argument / Thema zu bleiben, wie sie brauchen um genau zu verstehen, worum es geht.

Step 3: Bringen Sie Kommunikation in ihre Beziehung

Kaufen Sie eine Paarkommunikationsanalyse und versuchen Sie in einer Mediation ohne Mediator festzulegen, worum es im Streit geht.

Paarkommunikationsanalyse
Macht eine Paarkommunikationsanalyse

Step 4: Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch

Dies gilt insbesondere, wenn Sie merken, dass Sie sich im Kreis drehen mit der gegenseitigen Abwechslung von Angriff und Verteidigung. Dann brauchen Sie eine persönliche Kommunikationsbegleitung. Nehmen Sie sich 2-3 Sitzungen lang Zeit. Mit einem Beziehungs-Begleiter können Sie neue Erkenntnisse gewinnen, den Prozess verlangsamen und somit neue Erkenntnisse gewinnen, wie Sie in Zukunft ihre Alltagsstreitigkeiten in den Griff bekommen können.

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Virale Trennung: Breaking up is hard to do

Virale Trennung: Dieser bekannte Song von Neil Sedaka fällt mir ein, nachdem ich auf Facebook dieses Video entdeckt habe. Zwei Menschen entscheiden sich auseinander zu gehen. Weil ER Kinder will und SIE nicht. Nach fünf Jahren Beziehung kommen sie an diesem Thema nicht mehr vorbei.

Neu an diesem Thema ist, dass die beiden ein Lied miteinander vortragen, in dem Sie zu ihrer Wahl stehen. Die Entscheidung für oder gegen Kinder ist hier eine Entscheidung gegen die Beziehung. Keiner von beiden gibt nach, um die Beziehung weiter zu führen.

Neu ist auch die öffentliche Aussage, woran die Beziehung gescheitert ist. Für viele ist diese Form zu öffentlich. Sie hat den Vorteil, dass die Freunde eine Anleitung erhalten, wie sie mit der Trennung umgehen sollen. Denn beide wünschen sich, dass sie weiterhin zu Feiern und Veranstaltungen von den Freunden eingeladen werden. Sie machen klar, dass es ihre eigene Verantwortung ist, wie sie mit der Trennung umgehen. Die Freunde müssen bei dieser Trennung keine Seite wählen. Sie können mit beiden befreundet bleiben. Und dies ist eine (Reife)Leistung.

Oft ist es für Paare bei einer Trennung und Scheidung wichtig herauszufinden, wer „ihre“ Freunde sind. Manchmal werden wir als Freunde vor die Wahl gestellt, uns zu entscheiden mit wem wir weiterhin befreundet sein wollen. Selten gelingt es alle Seiten zufrieden zu stellen. Deshalb gefällt mir dieses Video so gut. Denn beide machen deutlich, dass sie traurig sind über die Trennung. Beide kommen zu Wort und erklären auch wie es weiter gehen kann. Hut ab vor dem Mut sich der Trennung zu stellen, ohne die Freunde mit den Scherben der Beziehung zu belasten. Dabei rufen beide dazu auf, dass Sie Hilfe und Unterstützung weiterhin brauchen werden von ihren Freunden.

Davon kann ich nur lernen. Klare Worte zur Situation und dazu was das Paar jetzt von Freunden am Meisten braucht. Well done.

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Der Scheidungs-Zyklus: Färben Scheidungen ab auf die eigene Beziehung?

Über 43.000 geschiedene Frauen aus 18 verschiedenen Nationen (incl. Deutschland und Österreich) wurden in einer Studie untersucht. Die Frage war, ob es einen generationenübergreifenden Effekt von Scheidungen gibt bzw. wovon dieser abhängt? Mit anderen Worten: Wenn die Eltern geschieden sind – wie warscheinlich ist dann eine eigene spätere Scheidung für die weiblichen Kinder in der betroffenen Beziehung?Langzeitfolgen einer Scheidung

Die Antwort ist JA bzw. sehr warscheinlich:

  • Scheidungen färben ab.
  • Kinder aus geschiedenen Ehen sind schlechter gestellt für ihre eigenen Beziehungen.
  • Sie suchen länger und sie lassen sich eher scheiden als Kinder aus intakten Ehen.

Nicholas Wolfinger, ein Soziologie-Professor  aus Utah hat aus seinen Forschungsergebnissen einen Scheidungs-Zyklus entwickelt. Dieser zeigt die entscheidenden Faktoren dafür, dass Scheidungen von Generation zu Generation weiter gegeben werden.

Eine weitere Antwort ist JA, ABER. Denn es scheint so als würde es einen „Peer-Effekt“ geben. Wenn mehrere Kinder in der eigenen Umgebung von Scheidungen betroffen sind, so sehen diese, dass Scheidungen „normal“ sind und fühlen sich weniger stigmatisiert. Als Folge davon entwickeln sie später Fähigkeiten, die dazu führen, dass sie nicht zwingend selbst eine Scheidung erleben.

Also good news und bad news: Bad news sind es, weil klar ist, dass es seit vielen Jahren eine Scheidungsrate um die 50% gibt und jedes Jahr in Österreich 10.000e Kinder davon betroffen sind. In Deutschland sind es jährlich 100.000e Kinder und in Summe über die Jahrzehnte mehrere Millionen Kinder! In Österreich hatten z.B. bis Mitte der 90er Jahre mehr als 13% der Österreicher eine Scheidung ihrer Eltern erlebt. Und die Tendenz ist steigend. Mit anderen Worten. Heute hat jeder 7. bis 8. die Folgen einer Scheidung erlebt. D.h. diese Kinder kriegen mit wie die Beziehung ihrer Eltern scheitert. Und oft wie schwierig es danach ist für die Eltern wieder Fuß zu fassen.

Good news sind es, weil die Kinder aus dem akkumulierten Scheitern der Ehen um sie herum auch etwas lernen. Und zwar, dass Scheitern zum Leben dazu gehört. Und dass sie selbst nicht unbedingt scheitern müssen, wenn ihre Eltern gescheitert sind.

Was kann ich tun, wenn ich scheidungsgefährdet bin?

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Hält ihre Beziehung Kinder aus? Ist ihre Beziehung „Kinder-Sicher“?

Jede 5. Beziehung zerbricht daran, dass Kinder in die Beziehung kommen.  Das dänische Ministerium für Familie und Konsumentenschutz hat in einem 4-Jahres-Projekt festgestellt, dass jedes Jahr 14.000 Elternpaare geschieden werden und eine große Anzahl „nicht-verheirateter Eltern“ sich trennen. Als Gegenstrategie hat der dänische Staat 5 Jahre lang (beinahe) gratis Unterstützung während der Trennungs- und Scheidungsphasen angeboten. In Norwegen ist diese Unterstützung seit 2005 gratis.glückliche Familie

Laut Annette Due Madsen, einer dänischen Psychologin und Leiterin des Center for Familieudvikling, stellt der Moment  in dem Kinder auf die Welt kommen eine große Gefahr für die Beziehung dar. Mehr als 30% dänischer Familien zerbrechen, davon 60% in den ersten Jahren nachdem sie Kinder bekommen haben. Die davon betroffenen 10.000en Kinder sind in Gefahr laut Madsen, da Kinder zutiefst abhängig sind vom Wohlergehen der Eltern.  Dabei ist es die Zeit vor der Scheidung, die für Kinder bereits bedrohlich ist. Denn sie erleben Konflikte, Streitereien oder Eiszeit (wenn nur mehr geschwiegen wird) und dies kann negative Auswirkungen auf ihren Selbstwert haben. Andere klassische Symptome von Scheidungskindern sind Stress, Schwierigkeiten beim Lernen und Schwierigkeiten in der Schule.

Denn Kinder interpretieren das Streiten der Eltern anders als Erwachsene. Sie beziehen es auf sich selbst. Sie haben Schuldgefühle. Insbesondere wenn es im Streit um Pflichten der Eltern in der Kindererziehung (wer macht was, holt wen ab, ist wann da von der Arbeit, was darf das Kind und was nicht, etc.etc.).

Daher haben der dänische Staat und die Zivilgesellschaft erkannt, dass Familien rechtzeitige gratis Familienhilfe  benötigen. Und das bevor die Schwierigkeiten zu groß sind, bzw. die Beziehung auseinander gebrochen ist. Denn Kinder lernen indem sie Erwachsene anschauen, kopieren und nachmachen. Sie nehmen das mit was sie zuhause sehen. Das gilt für Manieren, Kommunikation zwischen Vater und Mutter ebenso wie Freizeitgestaltung und Interessen / Hobbies.

Mit anderen Worten – sie lernen von den Besten (und den Schlechtesten). Somit legen wir als Eltern die Saat für die Nachhaltigkeit der Beziehung unserer Kinder. Auf jeden Fall haben wir Einfluss darauf. Dies zeigen jahrzehntelange Studien aus den USA. Kinder, die unsichere und instabile Beziehung ihrer Eltern miterlebt haben, binden sich als Erwachsene schwerer. Vertrauen weniger. Haben größere Schwierigkeiten „den richtigen“ Partner / die richtige Partnerin zu finden. Denn es fehlt ihnen an Vorbildern.

Somit sind diese verschiedenen internationalen Beobachtungen ein Aufruf zur Beziehungspflege. Und zwar an uns Erwachsene. Weg vom Computer, Fernseher, Handy und hin zu Kommunikation, Nähe, Austausch, Spaß und Beziehungspflege. Ich wünsche gutes Gelingen 🙂

p.s.: Der dänische Ansatz hatte Erfolg. 7 von 10 Paaren sind aufmerksamer geworden, wie sie mit Konflikten umgehen können. Sowohl mit ihren Partnern, als auch mit ihren Ex-Partnern.

Quelle Foto: Flickr Jeremy Vandel

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Scheidungskinder lassen sich öfter scheiden

Scheidungskinder verhalten sich in Beziehungen wie ihre Eltern
Aktives Zuhören ist besonders schwierig

Traurig  aber wahr für Scheidungskinder: Eine amerikanische Studie von Nicholas Wolfinger, Soziologie-Professor  an der Universität  von Utah hat festgestellt, dass Kinder aus geschiedenen Ehen 89% wahrscheinlicher selbst eine Scheidung ihrer Ehe erleben werden als dies bei Kindern aus nicht geschiedenen Ehen der Fall ist. Dies ist insbesondere der Fall bei Ehen in denen beide Partner die Scheidungen ihrer Eltern erlebt haben.

Mich überascht dies wenig. Insbesondere da ich selbst geschiedene Eltern habe. Meine Frau auch. Also  ist unser Scheidungsrisiko groß. Warum ist das so? Weil wir von unseren Eltern vieles nicht lernen konnten, bzw. gelernt haben. Die amerikanische Studie verweist hier auf wesentliche Elemente wie

  • Vertrauen
  • Committment
  • die Bereitschaft gegenseitig auf Dinge zu verzichten und
  • Treue.

Dennoch erlebe ich eine glückliche  Ehe. Woran liegt das? Statistisch gesehen daran, dass ich später geheiratet habe als meine Eltern. Und auch der Umstand, dass ich vorher mehrere Beziehungen durchlebt habe,  ohne zu heiraten. So sind Kinder aus Ehen die intakt sind eher bereit zu heiraten, während Scheidungskinder vorher lieber länger in „wilder Ehe“ zusammen leben.

Was kann ich selbst tun?

Ein wesentlicher Beitrag zu einer glücklichen Beziehung ist meiner Ansicht nach die regelmäßige Beziehungspflege. Was das ist?

1. Wir sprechen in regelmäßigen Abständen über unsere gemeinsamen Ziele. Wir stellen fest, ob sich etwas verändert hat. Ob einer von uns mehr  / weniger Aufmerksamkeit, Zeit, Zärtlichkeit, Nähe von dem/der Anderen braucht.

2. Wir üben uns im gegenseitigen Zuhören. Denn auch unsere Ohren werden unscharf. Unsere Aufmerksamkeit verliert sich. Doch unsere Eltern sind ein warnendes Beispiel dafür was passiert, wenn diese Positions-Abstimmung nicht stattfindet. Wenn der eigene Willen immer öfter durchgesetzt wird. Wenn einer dem anderen gegenüber  übergriffig wird. Wenn die Opfer-Täter-Dynamik zu einem bösen Kreislauf wird, der ohne externe Hilfe nicht durchbrochen werden kann.

3. Wir kennen die klassischen „Beziehungsfallen“: (1) Stress im (beruflichen) Alltag, (2) überzogene Erwartungen an den Partner / die Partnerin, (3) Kinder und (4) persönliche Weiterentwicklung. Jede dieser „Fallen“ setzt das Beziehungsgefüge unter Druck. Dieser Druck muss mit den unter 1. und 2. beschriebenen Mitteln behandelt werden.

Fazit: Es stimmt. Scheidungskinder haben weniger Chancen auf eine zufriedene, stabile Beziehung. Sie sind ängstlicher. Weniger zuversichtlich, dass sie „den richtigen Partner“ finden. Denn schließlich haben es ihre großen Vorbilder – die Eltern – ja auch nicht geschafft. Doch Scheidungskinder haben auch selbst  die Verantwortung dazu zu lernen. Andere Vorbilder zu suchen. Vielleicht sogar mit der Unterstützung der Eltern. Und wenn sie Glück haben, sehen sie bei den Eltern Lernfortschritte. Zum Beispiel in der nächsten Bezieung. Und geben die Hoffnung nicht auf.

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19.451 gute Gründe für eine Mediation

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Statistik Austria die aktuellen Scheidungszahlen. Diesmal sind es um 0,8% weniger als im Vorjahr. Soweit eine gute Nachricht. Doch dies will mich nicht so recht positiv stimmen. Denn erstens geht nicht aus dem Artikel hervor, wieso es zu weniger Scheidungen kommt. Und zweitens sind allein in Österreich 19.451 Kinder von den Scheidungen der Eltern betroffen.

DaScheidung durch Mediations sind – meiner Ansicht nach – 19.451 gute Gründe sich vor, während und nach derScheidung professional begleiten zu lassen. Sei es durch Mediation oder durch Therapie. Denn weder Freunde noch Familie sind dazu ausgebildet den Übergang von Ehe zur Scheidung zu begleiten.

Zurück zu den 19.451 Gründen. Dies ist die Zahl der Kinder, die 2011 von der Scheidung ihrer Eltern betroffen waren. Davon sind mehr als 13.000 Kinder – also über 70% – noch minderjährig. Kinder leiden vor, während und nach der Scheidung. Auch wenn die Eltern dies meistens nicht wahr haben wollen. Denn das Scheitern der Eltern ist für die Kinder eine Lehre. Und zwar die Lehre, dass Beziehungen nicht funktionieren. Denn ihre Vorbilder – die Eltern – haben es nicht geschafft. Und von denen haben Sie reden, denken, agieren gelernt. Viele verschiedene Studien, die ich in diesem Blog bereits vorgestellt habe zeigen, dass sich Scheidungen auf die späteren Beziehungen der Kinder als Erwachsene negativ auswirken. Nicht sofort – so wie viele Eltern meinen. Die dann beruhigt sind, wenn die Kinder „eh normal“ sind, bzw. „gut damit umgehen können“ , „sich an die Situation gewöhnt haben“, „es ihnen besser geht“, etc. etc. Meistens sind dies die Beruhigungsszenarien der Eltern. In vielen Fällen reagieren Kinder auf die Scheidung so wie Eltern es sich wünschen. Damit die Probleme nicht noch größer werden. Oder nicht auch noch der Elternteil der noch da ist, dann auch noch verschwindet. Und die – selten ausgedrückte –  Angst davor sitzt in den Kindern tief verwurzelt. Und prägt sie für später. „Besser nicht binden“ ist die Message mit der sie selbst in Beziehungen ausrücken. Denn nichts ist für die Ewigkeit.

Wieso schreibe ich diesen Artikel? Weil Eltern die Möglichkeit haben Hilfe zu holen. Und zwar der Kinder wegen. Denn die Art und Weise wie die Scheidung abläuft ist für die Kinder wichtig. Wenn Eltern dazu imstande sind

  • vor der Scheidung
  • während der Scheidung und
  • nach der Scheidung

miteinander zu kommunizieren, ohne negative Kommunikation einzusetzen, so ist es den Kindern leichter möglich mit den Folgen der Scheidung umzugehen. Vielleicht sogar wesentliche Beziehungs-Elemente „in Action“ zu erleben, wie Respekt, Wertschätzung und aktives Zuhören. Denn sie  lernen auch im Trennen durch die Eltern, wie Trennungen ablaufen und wovon es abhängt ob es nach der Trennung noch einen Kontakt gibt oder nicht.

Was kann ich als betroffener Elternteil tun? Suchen Sie sich rechtzeitig Hilfe. Lassen Sie sich durch die Scheidung begleiten:

1. Eingetragene Mediatoren (in Österreich auf der Liste des Bundesministeriums für Justiz) finden sie hier.

2. Ein Verzeichnis von Therapeuten sehen Sie hier. Mein Angebot finden Sie hier.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen. Und für Ihre Kinder viel Zeit.