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Wie reagieren Kinder auf eine Scheidung?

Eine Scheidung bei Paaren mit Kindern hat – zumindest – 2 Ebenen. Auf der einer Ebene geht es um die Trennung der Erwachsenen. Zwei Partner gehen auseinander. Auf der anderen Ebene geht es um die Trennung als Eltern. Diese Trennung wirkt sich primär auf die Kinder aus. Denn für die Kinder trennen sich nicht Mann und Frau, sondern die Eltern. Es kommt zu einem Bruch ihrer Normalität und ihres Alltags. Unabhängig vom Trennungsmodell müssen Kinder nach der Scheidung abwechselnd auf einen Elternteil verzichten.

Die Paar-Ebene der Scheidung
Die Paar-Ebene der Scheidung

Die Reaktionsmuster von Scheidungskindern

Auf die Trennung ihrer Eltern reagieren Kinder sehr unterschiedlich. Laut der dänischen Familientherapeutin Ana Prip Brandt gibt es hier drei verschiedene Reaktionsmuster:

  • Einfrieren
  • Flucht
  • Angriff

In allen drei Fällen registrieren Eltern eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Kindern.  Denn Kinder fangen an  zu überlegen, was sie ihren Eltern „zumuten“ können. Die Kommunikation der Kinder mit den Eltern verändert sich. Dies betrifft vor allem die Dinge über die Kinder gerne aus freien Stücken mit ihren Eltern sprechen.

Das Gefühl der Einsamkeit bei Scheidungskindern

Ein weitere Folge von Scheidungen ist für viele Kinder das Gefühl der Einsamkeit. Der Fokus liegt bei den Eltern (denn es ist ja „ihre“ Scheidung, „ihr Drama“). Somit versuchen die Kinder den Eltern „zu helfen“. Viele Kinder fühlen sich bei Scheidungen und vor allem danach einsam und alleine gelassen.

Dies wird dadurch bestätigt, dass wesentlich weniger Kinder professionelle Hilfe und Begleitung erhalten als Erwachsene.

Laut einer Untersuchung in Dänemark erhalten nur 11% der Kinder Unterstützung um die Krise, die eine Scheidung darstellt zu meistern. Im Vergleich dazu suchen 29% der Eltern Hilfe und erhalten diese. In Dänemark sind die Zahlen zudem weit „positiver“ als dies in vielen anderen Staaten der Fall ist, da das Scheidungssystem eine staatliche Begleitung und professionelle Unterstützung vorsieht. Der Staat finanziert z.B. Mediation, Coaching und psychologische Hilfe. In Österreich und Deutschland ist diese Form der professionellen Unterstützung in vielen Fällen selbst zu finanzieren. In einigen Fällen werden Mediationen und psychologische Unterstützung vom Staat mitfinanziert. So oder so ist es noch nicht „üblich“ sich oder den eigenen Kindern im Falle einer Scheidung professionell begleiten zu lassen. Dennoch erlebe ich bei einer steigenen Anzahl meiner Klienten und Klientinnen, dass sie dazu bereit sind ihre Kinder im Laufe der Scheidung und danach begleiten zu lassen.

Hilfe! Ich halte es nicht mehr aus.
Hilfe! Ich halte es nicht mehr aus.

Was kann ich tun, wenn ich Hilfe brauche?

Lassen Sie sich helfen. Suchen Sie einen Familientherapeuten / eine Familientherapeutin, der/die diese schwierige Zeit des Übergangs begleitet. Dies ist nicht nur für Sie wichtig, sondern primär für ihre Kinder. Und für die Kommunikation zwischen Ihnen und ihren Kindern.

Denn für die Kinder bleibt die Trennung unklar. Die Ursachen nicht nachvollziehbar. Die Veränderung sehr real. Die Auswirkung in auf ihre Alltagssituation auch. Denn ab sofort fehlt einer von beiden. Ab sofort fühlen sich die Kinder verantworlich für das Wohl des Elternteils der mehr leidet, bzw. sich als Opfer outet. Damit kommen Kinder in eine Situation, Verantwortung für das Wohl ihrer Eltern zu übernehmen. Ob sie das wollen oder nicht. In den Gedanken der Kinder spielen sich Dinge ab, die da streng genommen nicht hingehören.

Wie reagieren Kinder langfristig auf eine Scheidung?

Langfristig zeigen Studien, dass sich Kinder für die Scheidung direkt verantwortlich fühlen. Oft ist dies der Fall, da sich die Eltern oft über Erziehung, Alltagssituationen mit Kindern gestritten haben. Dabei erscheint es mir wesentlich zu verstehen, dass bei Kindern im Fall der Scheidung etwas anderes „abgeht“ als bei Erwachsenen. Und dass Erwachsene oft so in die eigenen Gefühle und Bedürfnissse verstrickt sind während der Scheidung, dass sie gar nicht oder nicht wirklich mitkriegen was sich bei den Kindern abspielt. Gerade strittige Scheidungen und Trennungen binden die Energie der Erwachsenen und zwingen den Fokus auf den ungeliebten Ex / die ungeliebte Ex. Somit fehlt oft die Energie sich mit der Situation der Kinder auseinanderzusetzen.

Scheidung und Trennung
Scheidung und Trennung

Gerade deshalb ist es wichtig, sich vor der Entscheidung zur Trennung Hilfe zu suchen. Dies ist einerseits Hilfe für einen selbst (z.B. Coaching, Mediation) und andererseits Hilfe für die Kinder. Scheidungen sind langfristige Einbrüche und Knicke in der eigenen Lebennsgeschichte. Dazu kommt die Auswirkung auf die langfristige Bindungsfähigkeit und Bindungssicherheit der Kinder.

Egal was Sie vorhaben – holen Sie sich rechtzeitig Hilfe. Damit es für alle direkt und indirekt beteiligten Personen einfacher wird.. Studien zeigen, dass Trennungen und Scheidungen Auswirkungen auf die eigene Gesundheit und das eigene Leben haben wir ein Tod einer nahestehenden Person. Nehmen Sie Ihre Scheidung ernst. Lassen Sie sich begleiten. Damit Sie über die Folgen und Auswirkungen für alle Beteiligten Bescheid wissen und rechtzeitig agieren können.

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Scheidung: Mehr Frauen als Männer erleiden Herzanfall

Forscher der amerikanischen Duke-University über einem Zeitraum von fast 20 Jahren (1992 bis 2010) die Daten von 15.827 Personen analysiert. Jede 3. Person erlebte in diesem Zeitraum mindestens eine Scheidung. Die Analyse der Daten zeigte, dass geschiedene  Männer und Frauen über ein höheres Risiko verfügen einen Herzinfarkt zu erleiden als nicht geschiedene Personen. Die Forscher gehen dabei davon aus, dass eine Scheidung sich wie chronischer Stress auswirkt und daher gesundheitsgefährdend sein kann.

Scheidungen führen zu chronischem Stress
Scheidungen führen zu chronischem Stress

Dies entspricht auch meiner Beobachtung als Mediator im Bereich Trennung und Scheidung. Die meisten Paare leiden nicht nur kurzfristig sondern über einen längeren Zeitraum an ihrer Scheidung. Scheidungen bringen oft Geldsorgen und andauernde Kommunikationskonflikte mit dem Ex-Partner mit sich. Kein Wunder also, dass Scheidungen oft chronischen Stress auslösen. Mittlerweile gehen Forscher davon aus, dass die gesundheitliche Auswirkung einer Scheidung mit einem Todesfall in der Familie, hohem Blutdruck oder Diabetes verglichen werden kann.

Die Forscher der US-Universität Duke University gehen davon aus, dass die veränderten Lebensbedingungen (z.B. Einbußen im Einkommen) langfristig zu Stress führen. Durch den Stress wird das Immunsystem dauerhaft belastet. Dies wieder ist eine der Gründe, dass Geschiedene eher krank werden, bzw. für Herzanfälle anfälliger sind.

Überraschend ist, dass Frauen nach Scheidungen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben einen Herzanfall zu erleiden, als dies bei Männern der Fall ist. Geschiedene Frauen erlitten im Beobachtungszeitraum um 24% wahrscheinlicher einen Herzanfall als Frauen, die in diesem Zeitraum verheiratet geblieben sind. Bei mehrfahren Scheidungen unterscheidet sich der Wert um 77%!! Der Vergleichswert für Männer waren 10% höhere Herzanfallrate bzw. 30% bei mehrfacher Scheidung.

Also was kannst Du machen, damit Du Deine Scheidung möglichst unbeschadet überstehst?

In meinen Scheidungsmediationen stelle ich fest, dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist. Dies ist wenig überraschend. Paaren geht es besser, wenn sie es im Laufe der Scheidung schaffen sich miteinander abzustimmen,  zu unterhalten und auszutauschen.

Bei Scheidungen sind Konflikte normal. Die Frage ist

  • wie (respektvoll oder „unter der Gürtellinie) und
  • wo (gerichtlich oder im Rahmen der Mediation) sie ausgetragen werden.

Mediation ist hier eine von mehreren Möglichkeiten, wie Paare – die kein Paar mehr sein wollen – durch diesen schwierigen Prozess begleitet werden. Denn oft schaffen sie es nicht mehr miteinander zu sprechen, ohne dabei einen der 4 apokalyptischen Reiter zu aktivieren. Und dies macht es fast unmöglich Lösungen zu finden. Ein geschulter Mediator trägt dazu bei, dass die Kommunikation geregelt abläuft, die wesentlichen Dinge besprochen werden und eine Scheidungsvereinbarung erstellt wird die für alle Beteiligten (incl. Kinder) nachhaltig ist.

 

Aber was noch viel wichtiger ist….

Eine dauerhaufte Gesprächsbasis nach der Scheidung
Mediation – wenn Du Deine Kommunikation begleiten lässt…

Die meisten Scheidungspaare sind so in ihre Scheidung verstrickt, dass sie den Blick für das wesentliche verlieren. Das ist die Zeit nach der Scheidung. Wenn Kinder involviert sind, ist dieser Zeitrahmen oft viel länger als die Beziehung / die Ehe angedauert hat. Gerade wenn es um Themen wie Schule, Urlaub, Geburtstage, Familienfeste (z.B. Weihnachten) geht, besteht oft erneuter Kommunikationsbedarf. Da hilft es, wenn Paare auf „ihren“ Mediator zurückgreifen können. Denn die meisten Paare erleben den geschützten Rahmen einer Mediation als sehr wohltuend. Hier ist es nicht nur möglich Vereinbarungen zu treffen, sondern auch Gehör für die eigene Position und Bedürfnisse zu finden.

Aus meiner Sicht ist der „heilsame“ Effekt eines guten Gespräches miteinander – z.B. im Rahmen einer Mediation – ein sehr effektiver Stresskiller. Regelmäßige „Updates“ nach der Scheidung sorgen dafür, dass sich bei Paaren weniger oft chronischer Stress entwickelt, da sie miteinander – auch in schwierigen Situationen – in Kontakt bleiben. Hier geht es nicht darum die Paarbeziehung zu retten, sondern darum die Elternbeziehung respektvoll und nachhaltig zu unterstützen. Dies geschieht einerseits zum Wohl der Kinder und andererseits – siehe die obige Studie – damit die Eltern selbst auf ihre Gesundheit achten.

Die Studie der Duke University findest Du hier.

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Beziehungskonflikte: Anhaltender Streit endet für Männer öfter tödlich

Männer, die sich oft mit Ehepartner, Kinder oder Freunden streiten, sterben früher. Das hat eine dänische Studie über den Zeitraum von 12 Jahren ergeben. 10.000 Männer im Alter von 36-52 wurden befragt nach ihren Lebensumständen und danach über 11 Jahre observiert. Es zeigte sich, dass Konflikte, Sorgen und hohe Anforderungen aus der unmittelbaren Umgebung bei Männern doppelt so oft zum Tod führen wie bei Frauen.5158417206_22b63aae01

Der Zusammenhang zwischen sozialen Relationen und einem gesunden und guten Leben ist bekannt. Neu ist, dass es umgekehrt einen nachweisbar negativen Effekt gibt, wenn diese sozialen Beziehungen belastet sind. Die Studie wurde durch  das dänische Center for Sund Aldring og Institut for Folkesundhedsvidenskab an der Universität von Kopenhagen (Københavns Universitet) durchgeführt.

9875 Teilnehmer im Altern zwischen 36 und 52 Jahre wurden befragt. Dabei gaben 1 von 10 TeilnehmerInnen an, dass ihre PartnerInnen oder Kinder oft bzw. konstant als Ursache für Anforderungen und Sorgen aufscheinen.  Im Beobachtungszeitraum starben 4% der Frauen und 6% der Männern. Der größte Schaden entsteht aus konstanten Streitereien mit PartnerInnen und Kindern.

Wie kann ich mich vor diesen Folgen schützen? Bei Streitigkeiten ist es eine Herausforderung nicht sofort auf den Streit einzugehen. Vielmehr gilt es sich zurückzuhalten, durchzuatmen und bis 10 zu zählen. Damit senkt sich das Level der Stresshormone und es wird „weniger gesundheitsschädigend“ in den Konflikt einzusteigen. Wichtig ist es am Anfang eines Konfliktes aktiv zuzuhören. Wenn es Ihnen gelingt zuzuhören ohne an ihre eigenen Argumente dabei zu denken, so können Sie mit dem Entschlüsseln beginnen. Stellen Sie Frage und finden Sie heraus, worum es eigentlich geht. Diese Kommunikations-Werkzeuge sind am Anfang eine große Herausforderung. Mit der Zeit verlangsamt es den typischen Ping-Pong-Prozess eines Streits und führt dann zu einer Deeskalation und schließlich zu einer nachhaltigen Kommunikation miteinander..

Die genannte Studie finden Sie hier: STUDIE
Lösungsansätze, wie Sie positive Kommunikation in Ihrer Beziehung erreichen können, finden Sie hier: ARTIKEL 1, ARTIKEL 2, ARTIKEL 3
Verschiedene Produkte der Kommunikations-Begleitung bzw. Kommunikationswerkzeuge finden Sie hier: ONLINE-SHOP, ÜBERSICHT KOMMUNIKATIONS-WERKZEUGE
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Virale Trennung: Breaking up is hard to do

Virale Trennung: Dieser bekannte Song von Neil Sedaka fällt mir ein, nachdem ich auf Facebook dieses Video entdeckt habe. Zwei Menschen entscheiden sich auseinander zu gehen. Weil ER Kinder will und SIE nicht. Nach fünf Jahren Beziehung kommen sie an diesem Thema nicht mehr vorbei.

Neu an diesem Thema ist, dass die beiden ein Lied miteinander vortragen, in dem Sie zu ihrer Wahl stehen. Die Entscheidung für oder gegen Kinder ist hier eine Entscheidung gegen die Beziehung. Keiner von beiden gibt nach, um die Beziehung weiter zu führen.

Neu ist auch die öffentliche Aussage, woran die Beziehung gescheitert ist. Für viele ist diese Form zu öffentlich. Sie hat den Vorteil, dass die Freunde eine Anleitung erhalten, wie sie mit der Trennung umgehen sollen. Denn beide wünschen sich, dass sie weiterhin zu Feiern und Veranstaltungen von den Freunden eingeladen werden. Sie machen klar, dass es ihre eigene Verantwortung ist, wie sie mit der Trennung umgehen. Die Freunde müssen bei dieser Trennung keine Seite wählen. Sie können mit beiden befreundet bleiben. Und dies ist eine (Reife)Leistung.

Oft ist es für Paare bei einer Trennung und Scheidung wichtig herauszufinden, wer „ihre“ Freunde sind. Manchmal werden wir als Freunde vor die Wahl gestellt, uns zu entscheiden mit wem wir weiterhin befreundet sein wollen. Selten gelingt es alle Seiten zufrieden zu stellen. Deshalb gefällt mir dieses Video so gut. Denn beide machen deutlich, dass sie traurig sind über die Trennung. Beide kommen zu Wort und erklären auch wie es weiter gehen kann. Hut ab vor dem Mut sich der Trennung zu stellen, ohne die Freunde mit den Scherben der Beziehung zu belasten. Dabei rufen beide dazu auf, dass Sie Hilfe und Unterstützung weiterhin brauchen werden von ihren Freunden.

Davon kann ich nur lernen. Klare Worte zur Situation und dazu was das Paar jetzt von Freunden am Meisten braucht. Well done.

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Der Scheidungs-Zyklus: Färben Scheidungen ab auf die eigene Beziehung?

Über 43.000 geschiedene Frauen aus 18 verschiedenen Nationen (incl. Deutschland und Österreich) wurden in einer Studie untersucht. Die Frage war, ob es einen generationenübergreifenden Effekt von Scheidungen gibt bzw. wovon dieser abhängt? Mit anderen Worten: Wenn die Eltern geschieden sind – wie warscheinlich ist dann eine eigene spätere Scheidung für die weiblichen Kinder in der betroffenen Beziehung?Langzeitfolgen einer Scheidung

Die Antwort ist JA bzw. sehr warscheinlich:

  • Scheidungen färben ab.
  • Kinder aus geschiedenen Ehen sind schlechter gestellt für ihre eigenen Beziehungen.
  • Sie suchen länger und sie lassen sich eher scheiden als Kinder aus intakten Ehen.

Nicholas Wolfinger, ein Soziologie-Professor  aus Utah hat aus seinen Forschungsergebnissen einen Scheidungs-Zyklus entwickelt. Dieser zeigt die entscheidenden Faktoren dafür, dass Scheidungen von Generation zu Generation weiter gegeben werden.

Eine weitere Antwort ist JA, ABER. Denn es scheint so als würde es einen „Peer-Effekt“ geben. Wenn mehrere Kinder in der eigenen Umgebung von Scheidungen betroffen sind, so sehen diese, dass Scheidungen „normal“ sind und fühlen sich weniger stigmatisiert. Als Folge davon entwickeln sie später Fähigkeiten, die dazu führen, dass sie nicht zwingend selbst eine Scheidung erleben.

Also good news und bad news: Bad news sind es, weil klar ist, dass es seit vielen Jahren eine Scheidungsrate um die 50% gibt und jedes Jahr in Österreich 10.000e Kinder davon betroffen sind. In Deutschland sind es jährlich 100.000e Kinder und in Summe über die Jahrzehnte mehrere Millionen Kinder! In Österreich hatten z.B. bis Mitte der 90er Jahre mehr als 13% der Österreicher eine Scheidung ihrer Eltern erlebt. Und die Tendenz ist steigend. Mit anderen Worten. Heute hat jeder 7. bis 8. die Folgen einer Scheidung erlebt. D.h. diese Kinder kriegen mit wie die Beziehung ihrer Eltern scheitert. Und oft wie schwierig es danach ist für die Eltern wieder Fuß zu fassen.

Good news sind es, weil die Kinder aus dem akkumulierten Scheitern der Ehen um sie herum auch etwas lernen. Und zwar, dass Scheitern zum Leben dazu gehört. Und dass sie selbst nicht unbedingt scheitern müssen, wenn ihre Eltern gescheitert sind.

Was kann ich tun, wenn ich scheidungsgefährdet bin?

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Wie sehr verachten Sie Ihren Partner / Ihre PartnerIn?

„Gar nicht“,  ist hier bei vielen die automatische Reaktion. Doch das ist oft leider nicht wahr. Denn wir gehen davon aus, dass Verachtung ein starkes eindeutiges Signal in der Partnerschaft ist. In Wahrheit reicht es schon, wenn ich mit den Augen rolle, wenn meine Frau etwas sagt, dass ich nicht akzeptiere. Dies ist bereits ein Zeichen der Verachtung. Sie  denken ich übertreibe? Leider nicht. Denn bei Verachtung handelt es sich um einen der vier apokalyptischen Reiter, der die Beziehung auf den Weg der Trennung / Scheidung schickt.

Klar ist, dass nicht ein mal Augen rollen reicht, um hier das Ende der Beziehung einzuläuten. Vielmehr ist es wichtig festzustellen, ob das Verhältnis zwischen positiver und negativer Kommunikation in der Beziehung noch stimmt. Und ob Kritik und Verachtung bereits Einzug gehalten haben in jede oder nur in einige Diskussionen?

Verachtung drücken wir aus durch zynischen Bemerkungen, Provokationen, Beleidigung und Abwertung. Das Ziel ist es den Partner / die Partnerin zu beleidigen und die Gefühle zu verletzen.

Wie kann ich feststellen, ob ich den Partner verachte? Indem ich mich frage ob ich negative, abwertende Gedanken denke über meine Partnerin/meinen Partner? Hier einige Beispiele dafür:

Sie denken, Ihr Partner / Ihre Partnerine ist…

  • verantwortungslos
  • inkompetent
  • dumm
  • Scheiße

Weitere Kennzeichen sind

  • feindseliger Humor,
  • Spott und
  • wenn ich den /die Andere lächerlich mache in Gegenwart dritter Personen. Denn gerade wie ich miteinander in Anwesenheit von fremden Personen miteinander umgehe, sagt viel über die Beziehungsqualität aus.

Was kann ich tun, wenn ich begonnen habe IHN/SIE zu verachten?

  • Erinnern Sie sich an die guten Zeiten miteinander. Wie hat die Beziehung angefangen? Was hat Ihnen damals an IHM /IHR besonders gut gefallen? Versuchen Sie ein Bild, eine Erinnerung zu finden, dass Sie daran erinnert und stellen Sie dieses so auf, dass Sie es immer sehen, wenn Sie miteinander sprechen. Es wird Ihnen helfen, die „gute Seite“ an Ihrem Partner / Ihrer Partnerin zu sehen.
  • Versuchen Sie auf die Kennzeichen der Verachtung (z.B. Augen rollen) zu verzichten. Atmen Sie tief aus und nehmen Sie sich vor sich nicht oder weniger zu ärgern.
  • Drehen Sie an Ihrer Kommunikation: Versuchen Sie positive Kommunikation statt negative Kommunikation. Sie werden sehen – es funktioniert. Dies kann dauern. Denn Ihr Gegenüber braucht Zeit und Zeichen, um dem neuen Frieden zu trauen.
  • Finden Sie ein neues Ritual: Fangen Sie an für ihren Partner etwas positives zu tun. Ohne zu erwarten und hoffen, dass ER/SIE etwas dafür zurück gibt. Nehmen Sie sich vor, dies immer öfter zu versuchen. Bis der apokalyptische Reiter weg ist.

Und was ist wenn es nicht geht? Dann nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie miteinander. Über das was Sie ärgert. Aber auch über das was Ihnen an der Beziehung gefällt. Versuchen Sie dabei bei sich und ihren eigenen Gefühlen zu bleiben. Sprechen Sie über Ihre Bedürfnisse z.B. an Unterstützung, Wertschätzung, Nähe, Zärtlichkeit, gemeinsame Zeit, Hilfe, Interesse. Je nachdem worum es geht.

Quelle Foto: Flickr Foto von Nils Rinaldi

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Zum Jahrestag und oder Hochzeitstag

Der Jahrestag bzw. Hochzeitstag ist ein dankbarer Anlass für ein Geschenk an ihren Partner / an ihre Partnerin. Jahrestage sind emotional und inhaltlich wichtige Rituale der Beziehungspflege in einer Beziehung / Ehe. Viele lustige Fragen mit denen die Partnerlandkarte neu erlebt wird

Nichts desto weniger gaben 83% von 5000 befragten Paaren an, dass sie bereits nach 3 Jahren kein Interesse mehr daran hatten ihren Jahrestag zu feiern. Mehr als die Hälfte der befragten Paare erzählten, dass Sie sich in der Partnerschaft unterbewertet fühlen.

Kein Wunder also, dass es zu Trennungen und Scheidungen kommt, wenn Paare aufhören ihre Rituale zu pflegen und ihre Jahrestage mit Freude und Spaß zu feiern.

Einige Tipps für Geschenke zum Hochzeitstag/ Jahrestag:

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lachen, erzählen, austauschen und entdecken!

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Streit: Was kann ICH SELBST tun bei Beziehungskonflikten?

Eine Freundin von mir hat mal zum Thema Streit in Beziehungen den Spruch „It takes two to tango“ getan. Damals ging es um eine Scheidung und die Frage, wer die Beziehung zum Scheitern gebracht hatte. Der Mann war aus der Beziehung ausgestiegen, die Frau hatte damit einfach nicht gerechnet.Streit führt zur Trennung in Partnerschaften

Dieser Spruch wird oft missverstanden. Denn wir sehen bei einem Streit gerne die Schuld des/der Anderen und weniger gern unseren eigenen Anteil am Konflikt. Die meisten Menschen verstehen zwar, dass sie selbst am Beziehungskonflikt beteiligt sind, denken aber viel mehr darüber  nach, wie sie ihren Partner / ihre Partnerin zu einer Änderung des Verhaltens bewegen können.

Dieser Ansatz ist nachvollziehbar, aber meistens nicht mit Erfolgt gekrönt. Erfolgversprechend ist vielmehr, wenn wir an uns selbst arbeiten. Dies geht aus einer Studie aus dem Jahr 2011 mit 160 TeilnehmerInnen, die an der University of Auckland durchgeführt wurde hervor:

  • Partner, die bei Beziehungskonflikten versuchten den/die Andere zu verändern stellten fest, dass ihre Beziehungsqualität danach schlechter geworden war.
  • Die andere Strategie – an sich selbst zu arbeiten, war viel eher von Erfolg gekrönt. Dabei geht es weniger darum wie wir uns selbst dabei fühlen, sondern darum, wie unser Partner / unsere Partnerin unsere Bemühungen wahrnimmt.

Was heißt dass für die eigene Beziehung? Wenn der Partner sieht, dass wir an uns selbst arbeiten, steigt auch seine /ihre Bereitschaft etwas zu tun bzw. automatisch die Beziehungsqualität.

Was kann ich tun? Hier einige Tipps:

  1. Analysieren Sie ihre eigene Kommunikation: Wie hoch ist ihr Anteil an negativer und positiver Kommunikation? Einen kostenlose Anleitung dazu finden Sie hier. Nehmen Sie diesen Test als Anlass ihre positive Kommunikationsanteile in der Beziehung zu erhöhen.
  2. Screenen Sie ihren Beziehungsalltag: Wie oft sind Sie zusammen? Was können Sie zur Entlastung ihres Partners / ihrer Partnerin beitragen? Wo können Sie den Druck rausnehmen? Wenn Sie dies festgestellt haben, tun Sie etwas für ihren Partner, das zur Entlastung des Partners beiträgt. Und tun sie etwas für sich, dass zu ihrer  eigenen Entlastung beiträgt.
  3. Holen Sie sich Hilfe (bevor es zu spät ist): Denn oft sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und es scheint so als ob „many people tango“ – mit anderen Worten es sind viele Leute am Beziehungskonflikt beteiligt. Nehmen Sie sich mit einem Coach oder einem Beziehungsmediator die Zeit und betrachten Sie ihre eigenen Position und ihre eigenen Bedürfnisse. Erarbeiten Sie dann was Sie selbst brauchen und benötigen in der Beziehung. Und daran was Sie der Beziehung geben können. Ohne notwendigerweise etwas dafür erhalten zu wollen.

Quelle Foto: Flickr von Nils Rinaldi

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Hält ihre Beziehung Kinder aus? Ist ihre Beziehung „Kinder-Sicher“?

Jede 5. Beziehung zerbricht daran, dass Kinder in die Beziehung kommen.  Das dänische Ministerium für Familie und Konsumentenschutz hat in einem 4-Jahres-Projekt festgestellt, dass jedes Jahr 14.000 Elternpaare geschieden werden und eine große Anzahl „nicht-verheirateter Eltern“ sich trennen. Als Gegenstrategie hat der dänische Staat 5 Jahre lang (beinahe) gratis Unterstützung während der Trennungs- und Scheidungsphasen angeboten. In Norwegen ist diese Unterstützung seit 2005 gratis.glückliche Familie

Laut Annette Due Madsen, einer dänischen Psychologin und Leiterin des Center for Familieudvikling, stellt der Moment  in dem Kinder auf die Welt kommen eine große Gefahr für die Beziehung dar. Mehr als 30% dänischer Familien zerbrechen, davon 60% in den ersten Jahren nachdem sie Kinder bekommen haben. Die davon betroffenen 10.000en Kinder sind in Gefahr laut Madsen, da Kinder zutiefst abhängig sind vom Wohlergehen der Eltern.  Dabei ist es die Zeit vor der Scheidung, die für Kinder bereits bedrohlich ist. Denn sie erleben Konflikte, Streitereien oder Eiszeit (wenn nur mehr geschwiegen wird) und dies kann negative Auswirkungen auf ihren Selbstwert haben. Andere klassische Symptome von Scheidungskindern sind Stress, Schwierigkeiten beim Lernen und Schwierigkeiten in der Schule.

Denn Kinder interpretieren das Streiten der Eltern anders als Erwachsene. Sie beziehen es auf sich selbst. Sie haben Schuldgefühle. Insbesondere wenn es im Streit um Pflichten der Eltern in der Kindererziehung (wer macht was, holt wen ab, ist wann da von der Arbeit, was darf das Kind und was nicht, etc.etc.).

Daher haben der dänische Staat und die Zivilgesellschaft erkannt, dass Familien rechtzeitige gratis Familienhilfe  benötigen. Und das bevor die Schwierigkeiten zu groß sind, bzw. die Beziehung auseinander gebrochen ist. Denn Kinder lernen indem sie Erwachsene anschauen, kopieren und nachmachen. Sie nehmen das mit was sie zuhause sehen. Das gilt für Manieren, Kommunikation zwischen Vater und Mutter ebenso wie Freizeitgestaltung und Interessen / Hobbies.

Mit anderen Worten – sie lernen von den Besten (und den Schlechtesten). Somit legen wir als Eltern die Saat für die Nachhaltigkeit der Beziehung unserer Kinder. Auf jeden Fall haben wir Einfluss darauf. Dies zeigen jahrzehntelange Studien aus den USA. Kinder, die unsichere und instabile Beziehung ihrer Eltern miterlebt haben, binden sich als Erwachsene schwerer. Vertrauen weniger. Haben größere Schwierigkeiten „den richtigen“ Partner / die richtige Partnerin zu finden. Denn es fehlt ihnen an Vorbildern.

Somit sind diese verschiedenen internationalen Beobachtungen ein Aufruf zur Beziehungspflege. Und zwar an uns Erwachsene. Weg vom Computer, Fernseher, Handy und hin zu Kommunikation, Nähe, Austausch, Spaß und Beziehungspflege. Ich wünsche gutes Gelingen 🙂

p.s.: Der dänische Ansatz hatte Erfolg. 7 von 10 Paaren sind aufmerksamer geworden, wie sie mit Konflikten umgehen können. Sowohl mit ihren Partnern, als auch mit ihren Ex-Partnern.

Quelle Foto: Flickr Jeremy Vandel

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Scheidungskinder lassen sich öfter scheiden

Scheidungskinder verhalten sich in Beziehungen wie ihre Eltern
Aktives Zuhören ist besonders schwierig

Traurig  aber wahr für Scheidungskinder: Eine amerikanische Studie von Nicholas Wolfinger, Soziologie-Professor  an der Universität  von Utah hat festgestellt, dass Kinder aus geschiedenen Ehen 89% wahrscheinlicher selbst eine Scheidung ihrer Ehe erleben werden als dies bei Kindern aus nicht geschiedenen Ehen der Fall ist. Dies ist insbesondere der Fall bei Ehen in denen beide Partner die Scheidungen ihrer Eltern erlebt haben.

Mich überascht dies wenig. Insbesondere da ich selbst geschiedene Eltern habe. Meine Frau auch. Also  ist unser Scheidungsrisiko groß. Warum ist das so? Weil wir von unseren Eltern vieles nicht lernen konnten, bzw. gelernt haben. Die amerikanische Studie verweist hier auf wesentliche Elemente wie

  • Vertrauen
  • Committment
  • die Bereitschaft gegenseitig auf Dinge zu verzichten und
  • Treue.

Dennoch erlebe ich eine glückliche  Ehe. Woran liegt das? Statistisch gesehen daran, dass ich später geheiratet habe als meine Eltern. Und auch der Umstand, dass ich vorher mehrere Beziehungen durchlebt habe,  ohne zu heiraten. So sind Kinder aus Ehen die intakt sind eher bereit zu heiraten, während Scheidungskinder vorher lieber länger in „wilder Ehe“ zusammen leben.

Was kann ich selbst tun?

Ein wesentlicher Beitrag zu einer glücklichen Beziehung ist meiner Ansicht nach die regelmäßige Beziehungspflege. Was das ist?

1. Wir sprechen in regelmäßigen Abständen über unsere gemeinsamen Ziele. Wir stellen fest, ob sich etwas verändert hat. Ob einer von uns mehr  / weniger Aufmerksamkeit, Zeit, Zärtlichkeit, Nähe von dem/der Anderen braucht.

2. Wir üben uns im gegenseitigen Zuhören. Denn auch unsere Ohren werden unscharf. Unsere Aufmerksamkeit verliert sich. Doch unsere Eltern sind ein warnendes Beispiel dafür was passiert, wenn diese Positions-Abstimmung nicht stattfindet. Wenn der eigene Willen immer öfter durchgesetzt wird. Wenn einer dem anderen gegenüber  übergriffig wird. Wenn die Opfer-Täter-Dynamik zu einem bösen Kreislauf wird, der ohne externe Hilfe nicht durchbrochen werden kann.

3. Wir kennen die klassischen „Beziehungsfallen“: (1) Stress im (beruflichen) Alltag, (2) überzogene Erwartungen an den Partner / die Partnerin, (3) Kinder und (4) persönliche Weiterentwicklung. Jede dieser „Fallen“ setzt das Beziehungsgefüge unter Druck. Dieser Druck muss mit den unter 1. und 2. beschriebenen Mitteln behandelt werden.

Fazit: Es stimmt. Scheidungskinder haben weniger Chancen auf eine zufriedene, stabile Beziehung. Sie sind ängstlicher. Weniger zuversichtlich, dass sie „den richtigen Partner“ finden. Denn schließlich haben es ihre großen Vorbilder – die Eltern – ja auch nicht geschafft. Doch Scheidungskinder haben auch selbst  die Verantwortung dazu zu lernen. Andere Vorbilder zu suchen. Vielleicht sogar mit der Unterstützung der Eltern. Und wenn sie Glück haben, sehen sie bei den Eltern Lernfortschritte. Zum Beispiel in der nächsten Bezieung. Und geben die Hoffnung nicht auf.