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Wie baue ich eine stabile Kommunikationsbrücke in meiner Beziehung?

Kommunikation ist das Herzstück jeder Beziehung und eine Kommunikationsbrücke ist das Skelett, auf der die Komunikation aufbaut. Am Anfang einer Beziehung läuft die Kommunikation wie geschmiert. Jeder Wunsch wird von den Lippen gelesen. Mit den Tagen, Wochen, Monaten und Jahren tauchen die ersten Kommunikationslücken auf. Diese waren vielleicht schon immer da. Oder sie enstehen dadurch, dass sich Kommunikation abnützt. Also was tun? So früh wie möglich, gilt es Kommunikationsbrücken zu bauen.

Komm, lass uns eine Kommunikationsbrücke bauen....
Komm, lass uns eine Kommunikationsbrücke bauen….

Was ist eine Kommunikationsbrücke?

Stellen wir uns eine Brücke vor. Sie hat mehrere Pfeiler. Auf die Beziehung umgemünzt bedeutet dies, dass eine Beziehung von mindestens zwei Menschen getragen, aufgebaut und gestaltet wird. Ebenso wie von deren Kommunikation, Liebe, Wertschätzung, Aufmerksamkeit und – ganz wichtig – von deren Zeit füreinander. Damit gemeint ist die Zeit in der es außer der Beziehung nichts gibt. Da gibt es kein Fernsehen, kein Handy, keine Zeitung, kein Internet. Es gibt „nur“ Zeit in der wir miteinander sprechen. Dies ist die Ausgangslage für den Aufbau einer Kommunikationsbrücke.

Phase 1: Vorbereitung für den Brückenbau

1. Bereitet den Raum /Ort für Eure Kommunikationsbrücke vor: Wichtig ist dabei, dass die klassischen Quellen der Ablenkung, wie z.B. Fernsehen, Mobiltelefone oder Radio ausgeschaltet werden. Solltet ihr Kinder haben, gilt es einen Zeitpunkt zu finden, wo ihr nicht abgelenkt werden könnt durch aktuelle Bedürfnisse und Fragen der Kinder.

2. Sprecht miteinander: Versucht nicht über den Alltag, Beruf oder Kinder miteinander in dieser Zeit zu sprechen. Sondern sprecht darüber was Ihr gemeinsam für Ziele und Wünsche habt. Findet heraus wohin der gemeinsame Weg gehen soll. Sprecht darüber wie es euch geht.

Kommunikation neu erleben
Kommunikation neu erleben

Phase 2: Brückenpfeiler (= DU und ER/SIE) werden etabliert

3. Drückt Eure Bedürfnisse aus: Erzähle Deinem Partner / Deiner Partnerin von Deinen persönlichen Träumen. Rede darüber wo Du Freiräume benötigst. Wo Du Dich stark fühlst und wo nicht.

Phase 3: Brücke wird auf Brückenpfeiler gebaut /darüber gelegt

4. Aktives Zuhören: Jetzt geht es an das Eingemachte. Die Königskunst des Brückenbaus ist das aktive Zuhören und das Entschlüsseln. Dein Partner / Deine Partnerin beginnt nun damit die Brücke zu bauen. Er / Sie hört aktiv zu und wiederholt das was er/sie gehört hat.

Ein Beispiel zum Ausprobieren
Ein Beispiel zum Ausprobieren

5. Entschlüsseln: Hinterfrage Begriffe die Dir nicht klar sind. Gebe Deinem Partner / Deiner Partnerin Gelegenheit dazu, zu erklären was genau gemeint ist. Entschlüssele die Beziehungs-Begriffe. Erkläre wie und wo Dein Partner / Deine Partnerin Dir helfen kann.

So entsteht die Kommunikationsbrücke in Eurer Beziehung. Auf dieser Brücke kann ein Austausch stattfinden. Entlang dieser Brücke könnt Ihr über alle Beziehungs-relevanten Themen sprechen.

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Phase 4: Regelmäßiger Brückenservice (= Beziehungspflege)

Jetzt steht die Kommunikationsbrücke. Regelmäßige Wartung ist erforderlich, indem Du mit Deinem Schatz immer wieder 2er-Zeit verbringst. Das ist Zeit in der ihr

  • miteinander (z.B. ohne Kinder) Spaß habt
  • eine Beziehungsreise erlebt
  • über die aktuellen Bedürfnisse, Ziele und Wünsche miteinander sprecht.
Erlebe auf Eurer Beziehungsreise Kommunikation neu
Erlebe auf Eurer Beziehungsreise Kommunikation neu

Viel Spaß beim Brückenbau und beim Brückenservice. Ihr könnt mir gerne Eure persönliche Brückengeschichte erzählen. Dabei interessiert es mich zu hören was für Euch die wichtigsten Teile / Bestandteile der Brücke, äh Beziehung sind.

 

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Brauchst Du einen Beziehungs-Check? 3 Antworten

Die Ausgangslage für Deinen Beziehungs-Check: Ihr habt euch kennen gelernt und in einander verliebt. Dann seid ihr zusammen gezogen und der Alltag kehrt ein. In der Beziehung herrscht ein hoher Kuschelfaktor vor. Also alles in Ordnung?

Romantische Momente: Für mehr Nähe und Intimität
Romantische Momente: Für mehr Nähe und Intimität

Das ist eine gute Frage, die Du Dir in Deiner Beziehung regelmäßig stellen solltest.Laut einer internationalen Studie nimmt die Glückskurve bis zur Geburt des ersten Kindes ständig zu und dann geht es bergab.

Welche Faktoren, führen zum Sinken Eurer Glückskurve?

Klassische Beziehungs-Stressfaktoren, die die Glückskurve absinken lassen, sind

  • Kinder,
  • Arbeit,
  • Geldsorgen,
  • seine/ihre Familienangehörigen und/oder Freunde und
  • die eigene Entwicklung.

Denn wir ändern uns mit den Jahren. Und so ändern sich auch die Bedürfnisse. Und damit die Beziehung.

Was kannst Du tun, damit eure Glückskurve aufwärts strebt?

1. Definiere in regelmäßigen Abständen die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse und die gemeinsamen Bedürfnisse.

Da die Kommunikationsdichte (5 Phasen-Modell) automatisch abnimmt, braucht eine Beziehung ab dem ersten Jahr Beziehungspflege-Einheiten und regelmäßig einen Beziehungs-Check.

2. Mache einen Beziehungs-Check:

Daher empfehle ich – je nach Bedarf und Bedürfniss – 3 verschiedene Checks für Paare:

1. Der Einsteiger-Beziehungs-Check: Wie ist das Verhältnis von positiver  und negativer Kommunikation in Deiner Beziehung?

Beziehungs-Check: Wie sieht Eure Kommunikation im Alltag aus?
Kommunikation neu erleben

Bei einem Verhältnis von 5:1 könnt ihr davon ausgehen, dass es  eurer Beziehung gut geht. Ladet euch den kostenlosen Test  hier runter. Falls Deine Beziehung 5:1 nicht schafft, hilft die Spiele-Box für Paare weiter. Mit Happy Messages erlebst Du jeden Tag positive Kommunikation in Deiner Beziehung. Einfach und interaktiv…

Beziehungs-Check Positive Kommunikation zu zweit im Alltag erleben
Spiele-Box für Paare – viel Kommunikation, Spiel & Spaß um 29,90

2. Die Paarkommunikationsanalyse: Worüber sprecht ihr miteinander im Alltag? Wieviel Zeit gebt ihr euch gegenseitig, um über beziehungsrelevante Themen zu sprechen? Macht eine Paarkommunikationsanalyse zuhause und vergleicht eure Resultate. Mit der Paarkommunikationsanalyse analysiert ihr die Inhalte  eurer Kommunikation im Laufe einer Woche und stellt die Nettobeziehungszeit fest. Die Paarkommunikationsanalyse ist Teil des Beziehungskoffers, den Ihr um 69 Euro hier kaufen können.

3. Der private Beziehungs-Check zuhause: Geht miteinander auf eine Beziehungsreise und erlebt wie Kommunikation Spaß machen kann. Finde mit der Hilfe von 100 verschiedenen Spielkarten heraus, wohin Eure Beziehungsreise 2017 gehen soll.

Erlebe auf Eurer Beziehungsreise Kommunikation neu
Erlebe auf Eurer Beziehungsreise Kommunikation neu

Mit der Beziehungsreise macht ihr von der Beziehungswüste bis ins Beziehungsparadies eine lustige und interaktive Reise. Finde in wenigen Stunden heraus, welche Bedürfnisse Dein Partner / Deine Partnerin hat und tauscht euch darüber miteinander aus. Die Beziehungsreise ist ein Teil des Beziehungskoffers, den Du hier bestellen kannst.

Ich wünsche Euch viel Nähe und Freude und angenehme „Aha-Erlebnisse“ mit allen 3 Beziehungs-Checks!

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Marketing Studie: Glückliche Paare verringern Kauflust von Singles

Werbung mit Bildern von glücklichen Paaren  schreckt Singles vom Kauf der beworbenen Produkte ab, weil sie das Gefühl haben das Produkt nicht verdient zu haben. Diesen Effekt nennt man „Perceived Deservedness“, auf Deutsch so viel wie „Erwartung, etwas verdient zu haben“. Die Werbung rund um den Valentinstag zeigt schön, dass im Marketing davon ausgegangen wird, dass Bilder von glückliche Paare einen Kaufanzreiz auslösen.

Eine aktuelle Studie einer amerkanischen Psychologin der USC Marschall School of Business zeigt, dass Singles bei „glücklicher Paarwerbung“ das beworbene Produkt weniger kaufen als erwartet. Der Grund? Singles können sich mit den Paaren nicht identifizieren. Sie sehen eine glückliche Beziehung und da sie selbst in keiner Beziehung leben, haben sie dieses Produkt nicht verdient. Dafür kaufen Sie sich andere – meist billigere – Produkte.

Portrait of woman and man looking at each other outside

Warum schreibe ich als Beziehungs-Ratgeber darüber? Weil die Studie zeigt, dass (Vor)Bilder von glücklichen Paaren auf alle die sie sehen einen Druck ausüben. Paare, die nicht glücklich sind, sind davon genau so betroffen wie Singles und glückliche Paare. Wir spiegeln uns – oft unbewußt – in den Erwartungshaltungen einer Gesellschaft wieder. Hier zur Erläuterung wie machtvoll diese Paarmythen sind, einige Mythen über die ich in der Vergangenheit geschrieben habe, bzw. die mir untergeokmmen sind:

Kinder machen glücklich

Wir müssen den Partner blind verstehen können / Lippen lesen können

– Jeder kann eine perfekte Beziehung haben, wenn er / sie nur lange genug daran arbeitet.

Genausowenig wie es den perfekten Partner / die perfekte Partnerin gibt, genauso wenig sind Beziehungen immer glücklich. Es braucht hier regelmäßig Beziehungspflege durch beide Partner, damit eine Beziehung lebendig bleibt. Und ein Bewusstsein, dass Werbung und Beziehungsmythen bewusst nicht die Realität eines Beziehungslebens darstellen wollen und können.

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Der vermeintliche Einfluss der Eltern auf unsere Beziehung

Die Macht der Eltern: Wir prägen unsere  Kinder. Oder  tun wir dies doch nicht? Laut „The blank slate“ von Steven Pinker ist nicht unsere Erziehung wesentlich, sondern vielmehr  unsere Gene und die Umgebung in der Kinder aufwachsen. Unsere Kinder werden

  • zu 50% durch unsere Gene,
  • zu 10% durch unsere Erziehung (shared environment)  und
  • zu 40% durch ihre Umgebung (= unique environment wie Freunde, Schule, etc.) beeinflusst und geprägt.

Selbiges gilt für uns selbst. Und unsere eigenen Eltern. Und was hat das mit Beziehungen zu tun?Füße_Kind_Erwachsener_Herbert_Flickr

Die persönlich relevante Frage, die für unsere Beziehung wertvoll ist lautet Wer oder was hat uns selbst geprägt? Von wem habe ich kommunizieren, streiten oder  diskutieren gelernt bzw. kopiert?Wir denken es sind die Eltern, denn das haben wir am Öftesten gehört und gelesen. Doch vielleicht waren es nicht die Eltern. Sondern (siehe oben) jemand aus unserem Umfeld, deren Kommunikationsmuster (d.h. auch Streitmuster und Konfliktverhalten) wir verinnerlicht haben. Das sind die Vorbilder, die uns auf dem Weg zu unseren PartnerInnen leiten. Das ist oft sehr unbewusst. Denn der neue Partner, die neue Partnerin sieht oft nicht so aus wie  unser von uns im Herzen verehrter oder getragener Elternteil bzw. ein mögliches anderes Vorbild. Doch im Verhalten, in den Werten gibt es  vielleicht Ähnlichkeiten.

 Wie finden wir diese Werte heraus? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Durch Kommunikation: Setzen Sie sich zusammen und sprechen Sie darüber, wie bei Ihnen zuhause und in Ihrem Umfeld kommuniziert wurde. Und schauen Sie sich an, was davon für Sie persönlich, für ihhren Partner/Ihre Partnerin und für die Beziehung passt. Orientieren Sie sich an den 5 W´s und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wer waren Ihre wichtigsten Bezugspersonen? Wer sind Ihre Vorbilder? Was an Ihnen haben Sie gerne übernommen, bzw. würden Sie gerne übernehmen? Schreiben Sie sich dies auf bevor Sie die nächsten Fragen beantworten. Je nachdem wer das Vorbild war, passen die Fragen besser bzw. schlechter. Da wir oft über unsere Eltern und ihren Einfluss nachdenken, habe ich sie als „Platzhalter“ für Gene und Umgebung als Einflussfaktoren auf unsere Erziehung und Werte herangezogen. Verändern Sie daher die Fragestellungen, falls es nicht passend erscheint.
  • Vorbilder (Eltern / Umgebung): Wer hat geredet / gestritten / geschwiegen? Wer hat angefangen? Wer hat aufgehört? Wie ist das bei Ihnen im Vergleich?
  • Wo haben Ihre Eltern miteinander (nicht) geredet und wie machen Sie das selbst? Was würden Sie daran gerne ändern?
  • Wie haben Ihre Eltern miteinander gesprochen? Offen / verdeckt? Direkt / indirekt? Laut oder leise?
  • Worüber haben Ihre Eltern miteinander gesprochen? War es eher positive oder negative Kommunikation? Wie war das Verhältnis von positiver und negativer Kommunikation? 5:1 oder schlechter? Wie ist es in Ihrer eigenen Beziehung?
  • Wie oft haben Ihre Eltern miteinander gesprochen? Und wie oft tun Sie dies miteinander? Wie viele Störquellen der Kommunikation kennt Ihre Beziehung

2. Durch eine Partnerlandkarte: Hier sind die Fragen vorgegeben und Sie können sich anhand des Vordrucks darüber austauschen, wie es bei Ihnen zuhause war. Nutzen Sie es immer wieder, um zu sagen was Ihnen daran gefallen hat. Und was Sie gerne in der eigenen Beziehung erleben und auskommunizieren würden. Die Partnerlandkarte können Sie im Rahmen einer Beziehungsreise erkunden.

3. Durch eine Beziehungsreise: Die Beziehungsreise ist  ein Teil des von mir erfundenen Beziehungskoffers. Sie beantworten gemeinsam Fragen und reisen somit miteinander von der Beziehungwüste bis ins Beziehungsparadies. Durch verschiedene Kommunikations-Werkzeuge erleben Sie Werkzeuge wie Aktives Zuhören und Entschlüsseln. Im Unterschied zu den oben genannten Methoden (Punkt 1 und Punkt 2) ist die Beziehungsreise spielerisch und erlaubt auch mit Fragen aus dem ernsten Beziehungs-Teil auszusteigen und einfach nur miteinander Spaß zu haben. Dafür werden nicht automatisch alle Teile die z.B. in der Partnerlandkarte angesprochen werden abgedeckt.

Tipp: Sehen Sie die obige Übung als einen Anstoß zum Gedankenaustausch. Letztendlich geht es darum Klarheit darüber zu gewinnen, welche Werte Sie selbst haben und wie die Werte Ihrer Partnerin / ihres Partners aussehen. Eine Kurzzusammenfassung von Steve Pinkers Buch finden Sie in dem TED-Vortrag von Steven Pinker.

Ohne dieses Wissen geht es nicht. Spätestens wenn Kinder in die Beziehung kommen müssen wir diese Werte weiter vermitteln können und wollen.  Bzw. ein Umfeld für die Kinder schaffen, in dem diese Werte (vor)gelebt werden.  Vorher jedoch sollten wir die Werte kennen. Und zwar unsere eigenen und die unserer PartnerInnen.

Quelle Buch: The blank slate

Quelle Foto: Herbert Haderer

 

 

 

 

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Aktuelle Liebes-Studie: Jedes 4. Paar liebt sich nicht…

Die Liebes-Studie: Lieben Sie Ihren Partner? Diese Frage wurde über 1000 Personen im Alter von 18 bis 74 gestellt. Jede/jeder 4. gab an ihren Partner nicht zu lieben! Dabei nimmt die Liebe mit dem Alter der Paare ab. Während 89% der 18-29 jährigen ihre Partner lieben, sind  dies bei 60-74 jährigen nur mehr 68%.Damit die glückliche Beziehung erhalten bleibt

Erstaunlich, aber wahr. 26% der befragten Paare geben an, dass sie sich nicht (!) lieben. Das ist jeder/jede 4.! Sie bleiben zusammen aus verschiedenen Gründen (Kinder, Finanzen, Bequemlichkeit), lieben sich jedoch nicht. Und hier geht es nicht um die Hollywood-artige Liebe in der man immer ein Lied anstimmt, wenn man sich sieht oder täglich Rosen schenkt. Es geht um Vertrauen, Zärtlichkeit, Innigkeit und Zuneigung.

Wie können Sie herausfinden, wie es um ihre Beziehung steht? Ich glaube, Sie wissen es bereits. Denn jeder hat ein Gefühl dafür, ob er zu den „Glücklichen“ oder den „Nebeinander lebenden“ gehört.

Die Frage ist, WAS TUN, wenn ich merke, dass es nicht mehr so läuft wie ich es gerne hätte in meiner Beziehung? 3 Tipps zur Beziehungspflege als Antwort auf diese Frage:

  • Tipp 1: Reden Sie miteinander. Sprechen Sie es an. Sagen Sie, wie es Ihnen geht. Hier dazu einige Tipps, wie Sie diese Herausforderung meistern könnten.
  • Tipp 3: Gewinnen Sie gemeinsam einen Überblick über die Stärken und Schwächen in ihrer Beziehung: Stimmen Sie den Partner / die PartnerIn darauf ein, worum es in ihrer Beziehung gehen sollte. Kaufen Sie sich einen Beziehungskoffer und machen Sie z.B. eine Beziehungsreise.

Ein Teil der Menschen bleibt in Beziehungen, obwohl es keine Liebe mehr gibt. Ein wesentlich größerer Teil liebt den Partner / die Partnerin. Und das ist eigentlich die gute Nachricht.

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4 Gefahrensignale der Paarkommunikation

Paarkommunikation findet oft unter erschwerten Bedingungen statt. Abgesehen von den „Störelementen“ und „Belastungsfaktoren“ Arbeit und Kinder, wird Paarkommunikation regelmäßig gestört durch elektronische Unterhaltung (Fernsehen, Smartphones, Internet, Spielkonsolen). Wenn ein Paar es dann schafft miteinander mehr als 3 Minuten am Tag zu sprechen, gibt es  „Don´ts der Paarkommunikation„.

Das Center for Familieudvikling in Dänemark hat 4 Gefahrensignale für Paare zusammen gestellt , wenn sie miteinander kommunizieren:

1. Konflikteinleitung: Wenn eine/einer sagt, dass der/die andere „IMMER“ etwas macht oder neue Probleme mit dem Partner/der Partnerin in die Diskussion über ein Problem einbringt.

2. Niedermachen: Wenn der Partner / die Partnerin in einer Diskussion negativ über

(1) die  Eigenschaften,

(2) das Aussehen,

(3) die Familie oder

(4) die Fähigkeiten des/der anderen spricht.

3. Negative Auslegung: Wenn man selbst immer das Schlimmste annimmt, wenn ein Thema angesprochen wird, oder Sie die Wortmeldung/Meinung des Partners / der Partnerin negativ auslegen.

4. Rückzug: Wenn einer von beiden in einer Diskussion einfach geht, oder sich im Fernseher / Computer oder hinter einem Buch versteckt bzw. wortkarg ist oder sich bei Situationen in denen eine Konfliktlösung erforderlich wäre, nicht beteiligt.

Was tun, wenn eines oder mehrere Gefahrensignale auftreten?

Erster Schritt: Ansprechen.

Zweiter Schritt: Dem Partner Zeit geben darüber nachzudenken, es zu realisieren und, falls er/sie es auch so sieht zu ändern.

Dritter Schritt: Einen „Termin“ miteinander vereinbaren, zu dem beide sich äußern können, ob und was sich geändert hat. Bei dieser Aussprache ist es wichtig, dass die eingangs genannten Störquellen alle nicht vorhanden sind. So eignet sich z.B. ein Spaziergang oder ein gemeinsames Abendessen für eine Aussprache.

Vierter Schritt (falls notwendig): Helfen Sie sich selbst. Machen Sie eine Paarkommunikationsanalyse. Das Produkt dazu finden Sie in den Konfliktheften und im Beziehungskoffer-Shop um € 39,90.

Fünfter Schritt: Falls es nicht mit Mitteln der Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert – Suchen Sie sich Hilfe! Besuchen Sie ein Kommunikationsseminar, oder kaufen Sie sich einen Ratgeber. Professionelle Beziehungshilfe gibt es auch bei Paartherapeuten und Mediatoren.

Tun Sie es bevor sich der Knoten nicht mehr auflösen läst. Je früher desto besser.

Das Center for Familieudvikling ist eine Non-Profitorganisation, die sich auf Familienbeziehungen spezialisiert hat.  Eine Gruppe von SpezialistInnen bieten Paare PREP-Kurse an, in denen ihre Kommunikation geschult und Entwicklungen vorbereitet werden. PREP steht für Prevention and Relationship Enhancement Program und fokussiert auf  vorausschauende Hilfe zur Selbsthilfe in Paarbeziehungen sowohl während der Beziehung als auch nach einer Trennung.

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Hält ihre Beziehung Kinder aus? Ist ihre Beziehung „Kinder-Sicher“?

Jede 5. Beziehung zerbricht daran, dass Kinder in die Beziehung kommen.  Das dänische Ministerium für Familie und Konsumentenschutz hat in einem 4-Jahres-Projekt festgestellt, dass jedes Jahr 14.000 Elternpaare geschieden werden und eine große Anzahl „nicht-verheirateter Eltern“ sich trennen. Als Gegenstrategie hat der dänische Staat 5 Jahre lang (beinahe) gratis Unterstützung während der Trennungs- und Scheidungsphasen angeboten. In Norwegen ist diese Unterstützung seit 2005 gratis.glückliche Familie

Laut Annette Due Madsen, einer dänischen Psychologin und Leiterin des Center for Familieudvikling, stellt der Moment  in dem Kinder auf die Welt kommen eine große Gefahr für die Beziehung dar. Mehr als 30% dänischer Familien zerbrechen, davon 60% in den ersten Jahren nachdem sie Kinder bekommen haben. Die davon betroffenen 10.000en Kinder sind in Gefahr laut Madsen, da Kinder zutiefst abhängig sind vom Wohlergehen der Eltern.  Dabei ist es die Zeit vor der Scheidung, die für Kinder bereits bedrohlich ist. Denn sie erleben Konflikte, Streitereien oder Eiszeit (wenn nur mehr geschwiegen wird) und dies kann negative Auswirkungen auf ihren Selbstwert haben. Andere klassische Symptome von Scheidungskindern sind Stress, Schwierigkeiten beim Lernen und Schwierigkeiten in der Schule.

Denn Kinder interpretieren das Streiten der Eltern anders als Erwachsene. Sie beziehen es auf sich selbst. Sie haben Schuldgefühle. Insbesondere wenn es im Streit um Pflichten der Eltern in der Kindererziehung (wer macht was, holt wen ab, ist wann da von der Arbeit, was darf das Kind und was nicht, etc.etc.).

Daher haben der dänische Staat und die Zivilgesellschaft erkannt, dass Familien rechtzeitige gratis Familienhilfe  benötigen. Und das bevor die Schwierigkeiten zu groß sind, bzw. die Beziehung auseinander gebrochen ist. Denn Kinder lernen indem sie Erwachsene anschauen, kopieren und nachmachen. Sie nehmen das mit was sie zuhause sehen. Das gilt für Manieren, Kommunikation zwischen Vater und Mutter ebenso wie Freizeitgestaltung und Interessen / Hobbies.

Mit anderen Worten – sie lernen von den Besten (und den Schlechtesten). Somit legen wir als Eltern die Saat für die Nachhaltigkeit der Beziehung unserer Kinder. Auf jeden Fall haben wir Einfluss darauf. Dies zeigen jahrzehntelange Studien aus den USA. Kinder, die unsichere und instabile Beziehung ihrer Eltern miterlebt haben, binden sich als Erwachsene schwerer. Vertrauen weniger. Haben größere Schwierigkeiten „den richtigen“ Partner / die richtige Partnerin zu finden. Denn es fehlt ihnen an Vorbildern.

Somit sind diese verschiedenen internationalen Beobachtungen ein Aufruf zur Beziehungspflege. Und zwar an uns Erwachsene. Weg vom Computer, Fernseher, Handy und hin zu Kommunikation, Nähe, Austausch, Spaß und Beziehungspflege. Ich wünsche gutes Gelingen 🙂

p.s.: Der dänische Ansatz hatte Erfolg. 7 von 10 Paaren sind aufmerksamer geworden, wie sie mit Konflikten umgehen können. Sowohl mit ihren Partnern, als auch mit ihren Ex-Partnern.

Quelle Foto: Flickr Jeremy Vandel

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19.451 gute Gründe für eine Mediation

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Statistik Austria die aktuellen Scheidungszahlen. Diesmal sind es um 0,8% weniger als im Vorjahr. Soweit eine gute Nachricht. Doch dies will mich nicht so recht positiv stimmen. Denn erstens geht nicht aus dem Artikel hervor, wieso es zu weniger Scheidungen kommt. Und zweitens sind allein in Österreich 19.451 Kinder von den Scheidungen der Eltern betroffen.

DaScheidung durch Mediations sind – meiner Ansicht nach – 19.451 gute Gründe sich vor, während und nach derScheidung professional begleiten zu lassen. Sei es durch Mediation oder durch Therapie. Denn weder Freunde noch Familie sind dazu ausgebildet den Übergang von Ehe zur Scheidung zu begleiten.

Zurück zu den 19.451 Gründen. Dies ist die Zahl der Kinder, die 2011 von der Scheidung ihrer Eltern betroffen waren. Davon sind mehr als 13.000 Kinder – also über 70% – noch minderjährig. Kinder leiden vor, während und nach der Scheidung. Auch wenn die Eltern dies meistens nicht wahr haben wollen. Denn das Scheitern der Eltern ist für die Kinder eine Lehre. Und zwar die Lehre, dass Beziehungen nicht funktionieren. Denn ihre Vorbilder – die Eltern – haben es nicht geschafft. Und von denen haben Sie reden, denken, agieren gelernt. Viele verschiedene Studien, die ich in diesem Blog bereits vorgestellt habe zeigen, dass sich Scheidungen auf die späteren Beziehungen der Kinder als Erwachsene negativ auswirken. Nicht sofort – so wie viele Eltern meinen. Die dann beruhigt sind, wenn die Kinder „eh normal“ sind, bzw. „gut damit umgehen können“ , „sich an die Situation gewöhnt haben“, „es ihnen besser geht“, etc. etc. Meistens sind dies die Beruhigungsszenarien der Eltern. In vielen Fällen reagieren Kinder auf die Scheidung so wie Eltern es sich wünschen. Damit die Probleme nicht noch größer werden. Oder nicht auch noch der Elternteil der noch da ist, dann auch noch verschwindet. Und die – selten ausgedrückte –  Angst davor sitzt in den Kindern tief verwurzelt. Und prägt sie für später. „Besser nicht binden“ ist die Message mit der sie selbst in Beziehungen ausrücken. Denn nichts ist für die Ewigkeit.

Wieso schreibe ich diesen Artikel? Weil Eltern die Möglichkeit haben Hilfe zu holen. Und zwar der Kinder wegen. Denn die Art und Weise wie die Scheidung abläuft ist für die Kinder wichtig. Wenn Eltern dazu imstande sind

  • vor der Scheidung
  • während der Scheidung und
  • nach der Scheidung

miteinander zu kommunizieren, ohne negative Kommunikation einzusetzen, so ist es den Kindern leichter möglich mit den Folgen der Scheidung umzugehen. Vielleicht sogar wesentliche Beziehungs-Elemente „in Action“ zu erleben, wie Respekt, Wertschätzung und aktives Zuhören. Denn sie  lernen auch im Trennen durch die Eltern, wie Trennungen ablaufen und wovon es abhängt ob es nach der Trennung noch einen Kontakt gibt oder nicht.

Was kann ich als betroffener Elternteil tun? Suchen Sie sich rechtzeitig Hilfe. Lassen Sie sich durch die Scheidung begleiten:

1. Eingetragene Mediatoren (in Österreich auf der Liste des Bundesministeriums für Justiz) finden sie hier.

2. Ein Verzeichnis von Therapeuten sehen Sie hier. Mein Angebot finden Sie hier.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen. Und für Ihre Kinder viel Zeit.

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Kennen Sie die hohe Kunst der Beziehungspflege?

Wie sieht Ihre Beziehungspflege aus?
Beziehungspflege durch positive Kommunikation

Kommunikation ist die hohe Kunst der Beziehungspflege. Wir lernen diese Kunst zuhause von unseren Eltern. Wir kopieren ihren Kommunikations-Stil, den die Eltern miteinander „pflegen“. Wir lernen als Kinder 1:1, wie die Eltern es machen mit der Kommunikation. Laut, oft, wenig, eisig, untergriffig, respektvoll, positive oder negative Kommunikation. Und mit diesem Kommunikationsverhalten stürzen wir uns dann mehr oder weniger erfolgreich in die eigene Welt der Beziehungen.

Doch meistens wissen Paare nichts darüber, was sie von zuhause mitbekommen haben. Denn die Eltern erklären ihren Kindern nicht wie sie mit ihrem Partner / ihrer Partnerin kommunizieren. Sie tun es einfach. Und die Kinder nehmen es einfach mit. Und wenden diese Art der Kommunikation dann in ihren Beziehungen an.

Natürlich ist es  nicht immer so. Nur sehr oft. Denn Kinder kopieren Kommunikation. Wenn die Eltern wortgewandt sind und viel reden  (z.B. mit dem Kind) so ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Kinder einen großen Wortschatz erlernen. Tun Eltern dies nicht, so ist die Gelegenheit von den Eltern zu lernen bzw. zu kopieren geringer. Und das färbt ab auf die eigenen Kommunikationsfähigkeiten. Ebenso kopieren Kinder die Kommunikation zwischen den Eltern.

Die Startposition für Beziehungspflege hängt somit von den eigenen Kommunikationsfähigkeiten ab. Dazu kommt der Umstand, dass die Kommunikationsdichte in Beziehungen mit der  Zeit abnimmt. Denn unsere Ohren werden über die Monate und Jahre „fauler“. Bzw. wir hören immer wieder die gleichen Worte, erleben ähnliche Abläufe im Beziehungsalltag. Und beginnen somit Annahmen zu treffen basierend  auf unseren Erfahrungswerten.

Oft bedeutet dies, dass wir die Veränderungen im Kommunikationsverhalten nicht mehr wahrnehmen. Wir sind so im Beziehungsalltag verstrickt, dass es schwierig ist festzustellen, wo sich die Beziehung gerade befindet. Trocknet sie aus? Oder gibt es Schwierigkeiten beim Entschlüsseln von Begriffen?

Wie können Sie dies feststellen? Indem Sie sich die Kommunikation im Alltag miteinander anschauen. Oder den Blick in die Zukunft richten und feststellen, wie es mit gemeinsamen Projekten und Plänen aussieht. Sie können auch spielerisch miteinander Kommunikations-Werkzeuge auffrischen. Oder ganz einfach einen Tag lang „nur“ aktiv zuhören.

Denn die Entscheidung zur Beziehungspflege ist eine Entscheidung für die Beziehung. Eine Entscheidung mehr positive als negative Kommunikation miteinander zu erleben. Und auch eine Entscheidung den eigenen Kindern positive Kommunikation vorzuleben. Damit sie dann „später“ es „leichter“ haben.

Spielerische Kommunikation für Paare finden Sie im Beziehungskoffer, der 7 verschiedene Kommunikations-Werkzeuge enthält.  Die hohe Kunst der Beziehungspflege können Sie auch ohne Beziehungskoffer erlernen. Indem Sie miteinander kommunizieren und aktiv zuhören, entschlüsseln sowie dafür sorgen, dass das Verhältnis zwischen positiver und negativer Kommunikation 5:1 ist.

Zeigen Sie ihren Kindern, ihren Freunden und ihrer Familie wie es geht. Mit Spaß und spielerisch. Im Alltag und im Urlaub. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim gemeinsamen Erleben und Durchleben der Beziehungspflege.

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Aktuelle Studie:Kinder bedeuten (Un)Glück für Eltern

Die Annahme: Wer Kinder hat ist glücklich. Zwei amerikanische Forscher haben dazu ein Sample von über 200.000 Personen im Altern von 15 bis 86 Jahren aus 86 Staaten über einen Zeitraum von 30 Jahren ausgewertet. Aus der aktuellen globalen Studie „A global perspektive on happiness and fertility“ der Forscher Rachel Margolis und Mikko Myrskylä geht hervor, dass das Ausmaß der Lebenszufrienheit (happyness) der Eltern von Faktoren wie Alter, Einkommen, Sozialstaat, Anzahl Kinder, Gesundheit und Fruchtbarkeit der Eltern abhängt.

Dies ist an sich wenig überraschend. Interessant sind die dahinter liegenden Zusammenhänge. Hier einige Auszüge aus der Studie:

  • Weltweit gesehen wird Kinder kriegen und aufziehen von den Eltern mit abnehmender Lebenszufriedenheit „bezahlt“. Dies gilt umso mehr, je mehr Kinder die Eltern haben.
  • Junge Eltern werden mit jedem Kind unzufriedener. Erst ab dem Alter von 40 Jahren steigt ihr Glücksniveau und sie werden zufriedener als Kinderlose. Die Forscher nehmen daher an, dass Kinder eine „Langzeitinvestition ins Glück“ sein können.
  • Eltern über 50 sind glücklicher als Kinderlose über 50 Jahre. Sie profitieren am Meisten (finanziell und emotionell) von ihren Kindern.Dieser Alterstrend ist unabhängig von Geschlecht, Einkommen, Beziehungsstatus (Verheiratet oder Lebensgemeinschaft) und Geburtenrate im jeweiligen Land.
  • In Staaten mit einem ausgebauten Sozialsystem sind die jungen Eltern glücklicher als in anderen Staaten.

Was hilft mir dieses Wissen? Es ist ein Gegenstück, eine Gegenthese zu der gesellschaftlichen Annahme, dass Kinder glücklich machen (müssen). Oder dass der der Kinder  hat, glücklich ist. Die Studie zeigt ein gemischtes Bild. Sie verdeutlicht, dass es vor allem vom Alter der Eltern abhängt, wie glücklich sie sind. Mit der Studie wird auch deutlich, dass die Entscheidung keine Kinder zu haben auch eine Entscheidung für eine höhere Lebensqualität sein kann. Aber nicht sein muss. Denn wie schon in vorherigen Artikeln dargestellt bin ich, sind Sie nicht DER Durchschnitt. Dafür ermöglicht diese Studie einen unemtionalen Blick auf ein Thema, dass viele Eltern unter Druck setzt. Und sie Fragen lässt, ob nur sie sich unglücklich fühlen.

Tipps:

  • Berücksichtigen Sie, dass Kinder eine Beziehung unter Druck setzen. Schaffen Sie sich Zeiten, wo Sie alleine und/oder zu zweit OHNE ihre Kinder Zeit verbringen.
  • Sprechen Sie miteinander über ihre Wünsche, Ziele, Projekte: Unterscheiden Sie einerseits ihre persönlichen als auch ihre gemeinsamen Vorstellungen!

Quelle Foto: Herbert Haderer