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Woran erkenne ich, ob meine Beziehung Hilfe braucht?

Ich höre Dir nicht mehr zu
Was hast du gesagt? Kommunikation im Beziehungs-Alltag

Wann brauchen Paare Hilfe? Egal ob das neue Jahr beginnt, oder der Sommerurlaub vor bei ist. Nach der Urlaubszeit steigt die Anzahl der Scheidungsanfragen bei Rechtsanwälten, wie es sonst nur nach Weihnachten der Fall ist. Warum ist das so? Weil viele Paare im Urlaub feststellen, wie wenig sie sich noch zu sagen haben.

Ebenso ist es mit den Nachfragen nach Mediationen. Nach Weihnachten und nach dem Sommerurlaub melden sich viele Paare bei mir. Sie haben festgestellt, dass

  • die Kommunikation nicht mehr so läuft wie früher
  • sie sich nichts mehr zu sagen haben
  • unangenehme Spannungen im Beziehungsalltag dominieren
  • etwas nicht stimmt mit der Beziehung

Im Alltag leben Paare miteinander und nebeneinander. Da sich dadurch ihre Kommunikation abnutzt, verlernen sie einander positives Feedback zu geben. Komplimente, Unterstützung und gemeinsame Aktivitäten nehmen ab. Bei einigen Paaren in meiner Praxis als Trennungs- und Scheidungsmediator sehe ich  die 4 apokalyptischen Reiter in Aktion.

Viele Paare mit Kindern sind Meister in der Organisation des Alltags und verlieren dabei zunehmends ein Stück ihrer Beziehung zueinander. Dies fällt oft erst auf, wenn sie miteinander viel Zeit verbringen – ohne ihre Kinder. Oder im Urlaub, wenn wir viel Zeit miteinander auf engstem Raum verbringen. Daher ist es insbesondere in Beziehungen wichtig regemäßig zu überprüfen, wie es um die Beziehung steht. Braucht Deine Beziehung Hilfe, oder geht es ihr gut? Wie sieht Dein Partner / Deiner Partnerin das? Wie würde er/sie diese Frage beantworten?

Woran erkenne ich das meine Paarbeziehung Hilfe braucht?

So geht es mir / uns jetzt

Das kann ich tun Produkte, die mir dabei helfen
Zu wenig Wertschätzung Positive Kommunikation: Mit kleinen Zeichen der Liebe jeden Tag Wertschätzung vermitteln. Einfach, schnell und unkompliziert. Die Spiele-Box für Paare – damit das Herz wieder was zum Lachen hat 🙂

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Kommunikation hat sich abgenutzt.

Wir reden kaum mehr miteinander über Themen, die nicht mit dem Alltag und der Organisation (Familie, Beruf, Kinder) zu tun haben. Kommunikations-Werkzeuge ausprobieren:

  • Selbstbild/Fremdbild
  • Aktives Zuhören
  • Entschlüsseln

Der Beziehugskoffer: 7 verschiedene Kommunikations-Werkzeuge mit denen spielerisch und  einfach Brücken gebaut werden.Eine  Übersicht der Kommunikations-Werkzeuge findest Du HIER.

 

Ich möchte endlich wieder Freude spüren und lachen: Lege den Fokus auf die Dinge, die funktioneren, die Dir an der Beziehung gefallen. Und mache kleine Geschenke und Komplimente im Alltag, die Deinen Partner / Deine Partnerin überraschen werden. Benutze dafür kleine Haftnotizen auf denen Du jeden Tag Deinem Partner / Deiner Partnerin ein Kompliment machst! Deine Spiele-Box für PaareMit Happy Messages hast du mehr als 1000 Möglichkeiten jeden Tag Deinen Partner / Deine Partnerin zu überraschen.Mehr Informationen HIER

 

 

Nähe und Intimität steigern

 

Was kann ich tun, wenn ich erkannt habe, dass unsere Beziehung Hilfe braucht?

  1. Ansprechen: Sprich mit Deinem Partner / Deiner Partnerin darüber, wie es Dir geht und was Dir durch den Kopf geht. Oft braucht es einige Zeit, für Dein Gegenüber die eigenen Bedürfnisse und Position auszudrücken. Ich erlebe oft, dass Paare verschiedene Geschwindigkeiten in sich tragen. Das bedeutet, dass eine Seite schnell redet, denkt und entscheidet und die andere Seite nicht. Oder es kann bedeuten, dass eine Seite schon über Trennung nachdenkt, während der/die Andere der Meinung ist, dass es „eh noch ganz gut läuft“. Daher ist es wichtig sich gegenseitig Zeit zu geben, das Gespräch und dessen Inhalt zu verdauen.
  2. Nachfassen: Was machen wir mit unserer Situation? Wollen wir es selbst durchsprechen, wie es uns geht? Holen wir uns Unterstützung von außen? Und wenn ja, was benötigen wir? Eine Mediation, eine Paartherapie, einen Spezialisten?
  3. Umsetzen: Fragt im Freundeskreis, sucht im Netz und einigt euch auf den nächsten Schritt. Egal ob ihr gemeinsam eine Beziehungreise macht (20 Fragen gemeinsam beantworten) oder ob ihr euch für einen Mediator / eine Mediatorin entscheidet – tut es. Denn wie sagt schon Erich Kästner: “ Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
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Zeit zu zweit: Mehr Nähe und Intimität

Probiere es aus und besorge Dir Dein Produkt. Spiele die verschiedenen Spiele miteinander. Nutze die Beziehungsreise, um miteinander ins Gespräch zu kommen.  Und gib damit Deiner Beziehung Luft und Liebe. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Kennst Du das Geheimnis einer glücklichen Ehe?

An der Universität von Virginia wird untersucht was eine glückliche Ehe ausmacht. In dem Zusammenhang wurden 2870 Paare mit Kindern befragt, was sie glücklich macht. Die überraschendste Antwort der Paare war für mich: großzügige Gesten des Partners / der Partnerin.

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Großzügkeit in der Partnerschaft

Dabei geht es nicht darum, eine Reise oder teuren Schmuck geschenkt zu bekommen. Die großzügigen Gesten beziehen sich auf den Alltag der Paare. Es sind die Dinge, die wir selbstverständlich tun. Die ihm/ihr Freude machen. Kleine Alltagsgesten, die immer wieder geschehen und Freude machen. Glückliche Paare – so die Studie – sind dazu imstande diese Gesten der Großzügigkeit frei heraus zu machen ohne eine Erwartungshaltung, dass sie dafür etwas zurück bekommen. Sie sind dazu instande zu geben, zu schenken ohne Grenzen. Diese Gesten helfen Paaren miteinander stabile und glückliche Partnerschaften aufzubauen.

Die Forscher stellten den Paaren 3 Fragen:

  1. Machst Du regelmäßig kleine Geschenke / Zeichen der Zuneigung?
  2. Drückst Du regelmäßig Deine Zuneigung aus?
  3. Kannst Du vergeben?

50% der Paare, die sich als glücklich bezeichnen wurden in der US-Studie als sehr bzw. eher großzügig eingestuft. Umgekehr waren nur 14% der Paare glücklich, die nicht bzw. wenig großzügig waren. Der „Trick“ – so die Studie – ist das die Gesten Wertschätzung ausdrücken. Wertschätzung widerum unterstützt die Partnerschaft langfristig. Sie füllt den Speicher der Liebe für schwierige Zeiten. Dazu kommt, das es Spaß macht zu geben. Sowohl der Geber als auch der Empfänger erhalten Zustimmung bzw. erleben durch diese Gesten positive Gefühle.

Was kann ich selbst tun? Beispiele für Großzügigkeit:

  • in der Früh einen Tee machen
  • das Bett machen
  • eine Rückenmassage (ohne Hintergedanken!) durchführen
  • ein überraschend mitgebrachter Blumenstrauß (gilt für Männer wie für Frauen!)
  • eine Aufgabe zuhause freiwillig übernehmen (ohne zu erwarten, dass er/sie dafür etwas anderes tut)

Dies sind nur einige Beispiele für kleine Zeichen der Liebe, die im Beziehungs-Alltag zu einer stabilien und glücklichen Beziehung beitragen. Probiere es aus und erzähle uns wie es Dir dabei ergangen ist. Denn auch hier gilt

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Erich Kästner

 

 

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Beziehung: Stärken stärken oder Schwächen beheben?

Paare versuchen in der Beziehung  oft Schwächen des Anderen aufzudecken und diese Schwäche zu beheben.  Laut John Gottman – einem amerikanischen Scheidungsforscher – ist dies ein wesentlicher Punkt, um festzustellen ob Paare „Masters of relationship“ (= Beziehungsmeister) oder „desasters of relationship“ („Unglücksmeister“) sind.Eine glücklliche Beziehung braucht gegenseitige Unterstützung

„Desasters of relationship“ erkennen wir daran, dass sie sich mit den Schwächen des Partners/der Partnerin beschäftigen. Sie versuchen diese zu finden, zu erkennen und zu beheben. Dabei wollen Sie dem Partner / der Partnerin helfen, die Schwächen zu eliminieren.

„Masters of relationship“ fokussieren auf die Stärken des Partners / der Partnerin. Sie interessieren sich primär für die Dinge, die er/sie kann bzw. gut macht und unterstützen diese darin ihre Stärken weiterhin auszubauen. „Masters of relationship“ zeigen damit auch wie Sie einander respektieren, bewundern und schätzen.

Laut Gottman gilt dies auch für die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern. Desasters fragen sich was das Kind falsch macht und versuchen das zu korrigieren. Masters fragen sich was das Kind richtig macht und legen ihren Fokus darauf.  Die genaueren Hintergründe sowie Gottmans Beitrag zu diesem Thema (ab Minute 9) finden Sie hier.

Es ist meine persönliche Entscheidung, ob ich die Stärken oder Schwächen meines Partners in den Vordergrund stelle, analysiere bzw. kommentiere oder ändern möchte. Diese Entscheidung kann ich jeden Tag aufs Neue treffen. Ich habe es somit selbst in der Hand, meine Beziehung als Master oder desaster zu erleben und zu gestalten.

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Wissen Sie wofür Sie ihren Partner schätzen? Und weiß er/sie es auch?

business peopleJa klar, denken sich da die Meisten. Aber wissen Sie es wirklich? Machen Sie folgendes Experiment mit, um es herauszufinden. Es ist ein Versuch, der sich positiv auf die Beziehung auswirken könnte 🙂

Das Wertschätzungs-Experiment

Schritt 1: Schreiben Sie 5-10 Punkte auf, für die Sie Ihren Partner / Ihre Partnerin schätzen, mögen, toll finden bzw. einfach gerne haben.

Schritt 2: Sagen Sie es Ihrem Partner / ihrer Partnerin das nächste Mal, wenn Sie zusammensitzen, z.B. beim Essen oder wenn Sie miteinander über den Tag sprechen, bzw. bevor Sie einschlafen.

Experiment Teil 1: Beobachten Sie, wie Ihr Partner / Ihre Partnerin mit der Information bzw. dem Kompliment umgeht. Wie können Sie erkennen, ob die Wertschätzung angekommen ist?

– Er/Sie bedankt sich.

– Er/Sie umarmt Sie.

– Er/ Sie wird freundlicher, bringt Blumen mit, beginnt selbst mit positiver Kommunikation Ihnen gegenüber bzw. steigert diese.

Experiment Teil 2: Legen Sie nach

Versuchen Sie täglich eine Wertschätzung / ein Lob / eine positive Botschaft, die Ihren Partner / Ihre Partnerin betrifft zu machen. Tun Sie dies möglichst unauffällig. So als wäre es Ihnen gerade spontan eingefallen.

Wozu das Experiment? Wenn der Alltag die Paarkommunikation auffrist, bleibt oft für positive Kommunikation miteinander nicht mehr viel Platz. Lange To do Listen, viel Arbeit und Koordination lassen Paare diesen wesentlichen Bestandteil der Beziehungspflege vergessen. Wertschätzung ist das Schmieröl für den Beziehungs-Alltag. Ohne Wertschätzung beginnt der Beziehungs-Motor zu stottern und die Beziehung zerfällt in Einzelteile.

Mit diesem Experiment können Sie feststellen,

  • ob Ihr Partner Ihnen (noch) zuhört,
  • wie und ob er/sie auf diese Wertschätzung reagiert und
  • wie oft Sie das Experiment wiederholen müssen, bis es Ihm/Ihr auffällt, dass sich etwas geändert hat.

Wenn Sie Unterstützung bei dem Wertschätzungs-Experiment benötigen, können Sie es sich mit Happy Message leichter machen. Viel Spaß beim Ausprobieren. Schreiben Sie mir wie es  Ihnen damit ergangen ist.

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Die 5 W´s: Gibt es einen optimalen Zeitpunkt für Kommunikation?

Ja, klar. Nur, dass dieser Zeitpunkt bei jedem Paar anders ist. Oft reden Paare aneinander vorbei, denn Kommunikation nutzt sich ab. Das ist normal. Wie finde ich den optimalen Zeitpunkt für Kommunikation in meiner Beziehung? Indem ich möglichst viel vorab kläre und die 5 W´s berücksichtige. Die 5W´s sind:  Wann? Wo? Wer? Wie? Was?

1. WANN ist Kommunikation optimal? Der Zeitpunkt, wenn beide ausreichend Zeit haben sich zu unterhalten und /oder auszutauschen. Was für Sie ausreichend ist, müssen Sie miteinander vorab klären. Besprechen Sie ob dies

  • am Wochenende oder
  • unter der Woche  ist, ob
  • am Abend oder
  • in der  Früh.

Wenn Sie diesen Zeitpunkt und die gewünschte Dauer des Gesprächs festgelegt haben, kommunizieren Sie zu diesem Zeitpunkt nicht nur, wenn es Probleme bzw. Streit gibt. Sondern so oft wie möglich. Machen Sie ein Ritual daraus. Essen Sie gut miteinander davor, oder schlafen Sie sich aus. Je nachdem was Sie beide brauchen und was Sie beide zufrieden stellt. Je regelmäßiger Sie den optimalen Zeitpunkt für ein gemeinsames Austausch-Ritual erleben, desto einfacher wird die Kommunikation über die Bedürfnisse und die Wünsche in Ihrer Beziehung.

2. WO sollte das Gespräch stattfinden? In der Wohnung oder im Freien (z.B. ein Spaziergang)? Finden Sie einen gemeinsamen Ort, an dem es keine Störquellen (Radio, TV, Telefon, Kinder, Autofahren) gibt, die beide oder einen von Ihnen ablenken. Ein störungsfreier Ort ist optimal. Da es diesen oft nicht gibt, finden Sie den Ort an dem Sie beide sich so wohl wie möglich fühlen. Dies kann im Bett sein, oder auf der Terrasse.

3. WER sollte bei der optimalen Kommunikation dabei sein? Partner und Partnerin. Kinder oder andere Familienmitglieder bzw. Freunde, die zur Lösung eines Problems oder Disputs beitragen können, sollten erst später eingebunden werden. Je mehr Personen an dem Gespräch teilnehmen, desto schwieriger ist es aktiv zuzuhören bzw. herauszufinden, wie es einer Person geht.

4. WIE sollte optimale Kommunikation ablaufen? Schaffen Sie das für Sie optimale Beziehungs-Setting. Wenn Sie die oben dargestellten Punkte geklärt haben, schaffen Sie sich optimale Rahmenbedingungen:

  • Wie wollen Sie sitzen?
  • Brauchen Sie dazu etwas zu trinken / essen?
  • Setzen Sie sich so hin, dass Sie sich in die Augen sehen können und auch die non-verbalen Zeichen der Partnerin /des Partners lesen können.
  • Bevor das Gespräch anfängt, versuchen Sie festzulegen um welche Themen es geht und wer anfängt.
  • Wechseln Sie sich ab beim Erzählen und Schildern. Der Partner/die Partnerin hört zu und stellt Verständnisfragen. Lassen Sie sich Zeit.

Versuchen Sie nicht sich zu rechtfertigen, oder Einwände zu bringen. Vielmehr geht es um einen Austausch. Dieser beginnt damit die Position des Partners / der Partnerin zu verstehen. Erst wenn Sie das Gefühl haben die Position der Partnerin / des Partners verstanden zu haben ist es an der Zeit ihre eigene Position bzw. Bedürfnisse zu dem Thema zu schildern.

5. WAS sollte der Gegenstand einer optimalen Kommunikation sein? Alle Themen, die für die Beziehung relevant sind, sollten miteinander rechtzeitig angesprochen, diskutiert und gelöst werden. Je früher Sie ein Thema anreissen, desto besser. Damit verliert es einen Großteil der Bedrohlichkeit für die Beziehung. Alles was Sie nicht ansprechen entwickelt eine Eigendynamik bzw. verdeutlicht die blinden Flecken der Beziehungspartner. Daher sollte kein Thema zu klein und kein Anlass zu nichtig sein. Im Laufe des Gesprächs miteinander finden Sie heraus was sich hinter dem Thema für Bedürfnisse und Wünsche befinden.

Warum sollte ich mich für einen optimalen Zeitpunkt für Kommunikation kümmern? Je mehr Sie  von den oben genannten Punkten vor dem Gespräch klären, desto einfacher ist es miteinander zu sprechen. Sie stellen damit sicher, dass ihr Partner / ihre Partnerin sich ernst genommen fühlt. Ein gut vorbereitetes Gespräch sowie ein durchdachtes Beziehungs-Setting ist eine Form der Wertschätzung. Und somit eine gute Grundlage für ein gemeinsames Gespräch.

Ich wünsche gutes Gelingen bei der Kommunikation miteinander.

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Wie sehr verachten Sie Ihren Partner / Ihre PartnerIn?

„Gar nicht“,  ist hier bei vielen die automatische Reaktion. Doch das ist oft leider nicht wahr. Denn wir gehen davon aus, dass Verachtung ein starkes eindeutiges Signal in der Partnerschaft ist. In Wahrheit reicht es schon, wenn ich mit den Augen rolle, wenn meine Frau etwas sagt, dass ich nicht akzeptiere. Dies ist bereits ein Zeichen der Verachtung. Sie  denken ich übertreibe? Leider nicht. Denn bei Verachtung handelt es sich um einen der vier apokalyptischen Reiter, der die Beziehung auf den Weg der Trennung / Scheidung schickt.

Klar ist, dass nicht ein mal Augen rollen reicht, um hier das Ende der Beziehung einzuläuten. Vielmehr ist es wichtig festzustellen, ob das Verhältnis zwischen positiver und negativer Kommunikation in der Beziehung noch stimmt. Und ob Kritik und Verachtung bereits Einzug gehalten haben in jede oder nur in einige Diskussionen?

Verachtung drücken wir aus durch zynischen Bemerkungen, Provokationen, Beleidigung und Abwertung. Das Ziel ist es den Partner / die Partnerin zu beleidigen und die Gefühle zu verletzen.

Wie kann ich feststellen, ob ich den Partner verachte? Indem ich mich frage ob ich negative, abwertende Gedanken denke über meine Partnerin/meinen Partner? Hier einige Beispiele dafür:

Sie denken, Ihr Partner / Ihre Partnerine ist…

  • verantwortungslos
  • inkompetent
  • dumm
  • Scheiße

Weitere Kennzeichen sind

  • feindseliger Humor,
  • Spott und
  • wenn ich den /die Andere lächerlich mache in Gegenwart dritter Personen. Denn gerade wie ich miteinander in Anwesenheit von fremden Personen miteinander umgehe, sagt viel über die Beziehungsqualität aus.

Was kann ich tun, wenn ich begonnen habe IHN/SIE zu verachten?

  • Erinnern Sie sich an die guten Zeiten miteinander. Wie hat die Beziehung angefangen? Was hat Ihnen damals an IHM /IHR besonders gut gefallen? Versuchen Sie ein Bild, eine Erinnerung zu finden, dass Sie daran erinnert und stellen Sie dieses so auf, dass Sie es immer sehen, wenn Sie miteinander sprechen. Es wird Ihnen helfen, die „gute Seite“ an Ihrem Partner / Ihrer Partnerin zu sehen.
  • Versuchen Sie auf die Kennzeichen der Verachtung (z.B. Augen rollen) zu verzichten. Atmen Sie tief aus und nehmen Sie sich vor sich nicht oder weniger zu ärgern.
  • Drehen Sie an Ihrer Kommunikation: Versuchen Sie positive Kommunikation statt negative Kommunikation. Sie werden sehen – es funktioniert. Dies kann dauern. Denn Ihr Gegenüber braucht Zeit und Zeichen, um dem neuen Frieden zu trauen.
  • Finden Sie ein neues Ritual: Fangen Sie an für ihren Partner etwas positives zu tun. Ohne zu erwarten und hoffen, dass ER/SIE etwas dafür zurück gibt. Nehmen Sie sich vor, dies immer öfter zu versuchen. Bis der apokalyptische Reiter weg ist.

Und was ist wenn es nicht geht? Dann nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie miteinander. Über das was Sie ärgert. Aber auch über das was Ihnen an der Beziehung gefällt. Versuchen Sie dabei bei sich und ihren eigenen Gefühlen zu bleiben. Sprechen Sie über Ihre Bedürfnisse z.B. an Unterstützung, Wertschätzung, Nähe, Zärtlichkeit, gemeinsame Zeit, Hilfe, Interesse. Je nachdem worum es geht.

Quelle Foto: Flickr Foto von Nils Rinaldi

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Beziehungen brauchen 5 magische Stunden pro Woche

Der amerikanische Scheidungsforscher John Gottman stellte in seinem Ehelabor fest, dass Paare, die 5 Stunden pro Woche ihrer Ehe widmen, die Dauerhaftigkeit ihrer Beziehung erheblich fördern. Warum 5 Stunden? Weil das die Dauer ist, die es braucht, damit die Kommunikationsdichte erhalten und die Nähe und Intimität zwischen zwei Menschen aufrecht erhalten wird. 5 magische Stunden für das BeziehungsglückGottman bringt auch einige Beispiele dafür wie diese 5 Stunden pro Woche auf einen Tag aufgeteilt werden können, bzw. wann „die Magie“ stattfinden könnte:

1. Am Morgen: Wenn Sie auseinander gehen (z.B. arbeiten), sollten Sie vorher dafür gesorgt haben, dass Sie mindestens von einem Termin, einem Treffen, einer Sache etwas wissen, der/die im Leben des/der Anderen an diesem Tag passieren wird.

2. Am Ende des Tages: Nehmen Sie sich Zeit für einander, wenn der Tag zu Ende geht. Reden Sie miteinander, tauschen Sie sich aus über das was passiert ist. Sorgen Sie für  einen entspannenden Rahmen.

3. Zu jeder Zeit des Tages: Finden Sie eine Möglichkeit, wie Sie dem Partner / der Partnerin Bewunderung und Anerkennung zeigen. Und zwar ehrliche Bewunderung und Anerkennung.

4. Zu jeder Zeit  des Tages: In der Zeit, in der Sie sich sehen, ist es wichtig körperlichen Kontakt zu haben. Sie sollten sich küssen, umarmen, halten und berühren. Wichtig ist auch das Ritual des Schlafen gehens. Vor dem Einschlafen ein zärtlicher Kuss. Macht den Einstieg in den nächsten Tag viel leichter 🙂

5. Wöchentlicher Termin: Im Gegensatz zu Alltagsgesprächen geht es hier  darum miteinander Pläne zu machen, von einander zu erfahren was den jeweils anderen gerade beschäftigt.

Wie Sie sich vorstellen können, kommen da schnell 5 Stunden zusammen. Und auf den Tag umgelegt sind es weniger als 1 Stunde  pro Tag! 45 Minuten pro Tag reichen. D.h. Sie müssen nur 1/30 des Tages der Beziehung widmen, damit diese auf Dauer gesund und positiv bleibt.

Aus meiner Praxiserfahrung mit Paaren weiß ich jedoch, dass der Faktor Zeit für Beziehungen sehr kritisch ist. Mit anderen Worten – für Paare ist es schwierig Zeit miteinander zu finden bzw. zu verbringen. Umso wichtiger ist es dies bewusst zu tun.

Einige Ideen, wie Sie zu den 5 Stunden pro Woche kommen können:

A. Rituale, Rituale: Schaffen Sie sich bewusst ein gemeinsames Morgen – und / oder Abendritual. Am Morgen kann dies z.B. ein gemeinsames Frühstück sein. Ohne Fernseher, der nebenbei  läuft. Hier können Sie sich über die Dinge unterhalten, die im Arbeitsalltag der PartnerIn stattfinden werden. Auch der Morgenabschied und die Abendankunft bieten sich für  ein Ritual an: ein Kuß, eine Umarmung, einige nette Worte.

B. Die Abendruhe: In den meisten Beziehungen bestimmt der Fernseher das gemeinsame Abendprogramm. Legen Sie eine Zeit fest in der jeden Abend kein Fernseher läuft. Bzw. einen Abend pro Woche ohne Fernseher. Und nutzen Sie diese Zeit, um miteinander zu sprechen, bzw. die Zeit (z.B. mit Spielen? ) miteinander zu verbringen.

C. Hilfe anbieten: Rufen Sie Ihn/Sie an und bieten Sie ihre Hilfe an. Das Ziel ist es den /die Andere(n) zu entlasten. Z.B. durch einen Einkauf, oder abholen der Kinder, oder Essen kochen. Damit fühlt sich der Partner/die PartnerIn wahrgenommen und wertgeschätzt. Und es wird leichter gemeinsame magische Stunden zu erleben.

Viel Spaß bei ihren  privaten magischen Stunden 🙂

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Den/die optimale PartnerIn finden: Woran erkenne ich IHN/SIE?

Wie finde ich den perfekten Partner? „Partner findenForget the Charmer – go for the Man who is your best friend“. Dieser Spruch stammt nicht von einem Beziehungs-Experten. Ich fand ihn in einem Artikel darüber was Ehen glücklich macht. Es war eine Befragung von über 2.000 Paaren, die zu dem Schluss kommt, dass großzügige Gesten zum Glück in Ehen erheblich beitragen. Doch zurück zum Spruch. Er stammt von Helen Gurley Brown, früher einmal Editor vom Cosmopolitan. Der Spruch ließ mich nachdenken. Wie sieht der /die optimale PartnerIn aus?

Die Suche nach dem einzig richtigen Lebenspartner verläuft für viele Menschen enttäuschend. Egal ob online, oder im Freundeskreis oder durch Zufallstreffer beim Weggehen. Die meisten Menschen küssen viele FröschInnen bevor sie den/die Richtigen finden. Wenn überhaupt.

Woran liegt das? Wir leben in einer Zeit in der wir von Bildern und Informationen überschwemmt werden. Gerade was Beziehungen angeht wird das Aussehen und der Status immer wichtiger. Oder „cool“ sein. Am Anfang der meisten Beziehungen steht der Wunsch nach heißem,  prickelnden und aufregenden Sex.  Umso mehr suchen wir nach PartnerInnen, die uns anmachen, gut gefallen. Und „übersehen“ dabei, dass dies nur 1 Aspekt einer Partnerschaft ist. Und vor allem einer der wenig Alltagstauglich ist. Denn ein „guter“ Körper, ein „schönes“ Gesicht und schöne Klamotten sagen wenig bis nichts aus über

  • die Fähigkeit zuzuhören,
  • die Lust einander was Gutes zu tun,
  • das Vermögen Wärme und Zärtlichkeit zu schenken sowie
  • die Fähigkeit zu sehen wann er/sie Hilfe und Unterstützung braucht.

Und deshalb torkeln wir gerne von einer Partnerschaft in die nächste. Denn wir fokusieren auf „den Charmer“. Dabei brauchen wir eher den “ Best Friend“. Doch der ist vielleicht auf den ersten Blick nicht so sexy. Und so suchen wir weiter. Bis wir eines Tages selbst weder charming noch sexy sind. Und unsere Liste der Dinge die „ER/SIE“ auf keinen Fall tun/haben/denken/anziehen/sagen sollte länger ist als der Weg von hier bis zum Mond.

Der/die optimale PartnerIn ist

  • ein Mensch mit dem Sie lachen können,
  • sich einigen in schwierigen Situationen,
  • jemand der Sie unterstützt und der Wertschätzung gerne und ohne Erwartung einer Belohnung geben kann.
  • Jemand mit dem Sie sich vorstellen können alt zu werden.

Zugegebenermaßen nicht leicht zu finden. Drum prüfet wer sich bindet. Lassen Sie sich Zeit für den ersten Beziehungstanz miteinander, bei dem Sie sich kennen lernen. Und lernen Sie sich kennen bevor Sie sich entscheiden, ob Sie den optimalen Partner vor sich haben. Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren 🙂

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Wie geht „richtiges“ Kommunizieren?

Ich sitze mit einem Paar zusammen, das bei mir einen Beziehungs-Check macht. Ich versuche herauszufinden, wie dieses Paar miteinander kommuniziert. Beide sind seid einigen Jahren zusammen und beide haben keine augenscheinlichen Konflikte. Sie machen den Check bei mir, um herauszufinden, ob alles passt. Als Vorsorge-Maßnahme. Als ersten Schritt sehen wir uns ihre Kommunikations-Kultur an.

Ich unterscheide hier zwei Typen an Paarkommunikation. Die eine Gruppe sind die Vielredner. Sie tauschen jeden Tag bis zu 10.000 Worte miteinander aus. Erzählen sich gegenseitig alles, was in der Arbeit, zuhause, mit den Kindern, etc. passiert ist. Das Ziel: Bescheid wissen. Der Vorteil: Wichtige Kommunikations-Werkzeuge wie „Entschlüsseln von Begriffen“ und „aktives Zuhören“ werden in den Alltag integriert. Der Nachteil: Diese Kommunikationsform braucht Zeit. Andere „Lieblingsaktivitäten“ wie Fernsehen, mit Freunden unterwegs sein, Sport machen müssen damit unter einen Hut gebracht werden.

Die zweite Gruppe sind die Schweiger. Es wird wenig gesprochen. Die Sätze die gesprochen werden sind kurz. Das Wesentliche wird ausgedrückt. Es gibt lange Pausen zwischen den Sätzen. Jeder denkt gut nach, bevor er spricht. Das Ziel: Nichts unüberlegtes sagen. Der Vorteil: Ruhige Kommunikation, wenig Missverständnisse. Der Nachteil: Oft fehlen die Worte für „Beziehungs-Themen“, weil die Übung sich miteinander auszutauschen fehlt. Abwesenheit von Kommunikation kann zu Eiszeit in der Beziehung führen. Wortlosigkeit macht es schwerer in Krisenzeiten herauszufinden worum es geht, bzw. anzusprechen was einen stört.

Das Paar vor mir gehört zu den Schweigern. Der Beziehungs-Check beginnt daher mit einer Entschlüsselungs-Übung. Damit ich feststellen kann, ob er/sie wichtige Beziehungsbegriffe wie Wertschätzung, Nähe und  Zärtlichkeit in die eigene „Beziehungs-Sprache“ übersetzen kann. Weiß er/sie was gemeint ist, wenn der Partner / die Partnerin einen Wunsch äußert? Oder glauben beide einander „blind“ zu verstehen? Weil sie schon so lange zusammen sind…

Darauf folgt eine Übung zum Thema Selbstbild-Fremdbild. Wie weit gehen die Vorstellungen auseinander bei gemeinsamen Zukunftsprojekten? Woll will das Paar in 5 oder 10 Jahren sein? Wer unterstützt hier wen? Ist es Zeit für eine Neuaufteilung der Aufgaben? Eine Veränderung der Rollen?

Nach einigen Terminen ist das Paar dann soweit. Sie haben sich einen Überblick verschafft über die relevanten Beziehungs-Themen. Und dabei einige praktische Übungen ausprobiert, die sie  zuhause (immer wieder) anwenden wollen. Denn Kommunikation nutzt sich ab. Und das kann Beziehungen auch passieren. Dass sie sich abnutzen. Es sei denn das Paar kümmert sich um die Beziehung. Nimmt sich eine gemeinsame Auszeit. Richtet den Blick auf das Gemeinsame, auf das Verbindende und auf die Dinge, die nicht so gut laufen. Ein Beziehungs-Check ist die Gelegenheit gemeinsam neue Positionen auszuloten. Oder einfach herauszufinden wie es weiter gehen soll. Danach – so berichten die meisten Paare – ist es einfacher, leichter miteinander über „schwierige“ Themen (z.B. Sex, Nähe, Hausarbeit, Geld) zu sprechen. Vorausgesetzt die Beziehungspflege wird aufrecht erhalten.

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Trennung und Versöhnung: Macht ein zweiter Anlauf Sinn?

Ein Freundespaar trennt sich nach vielen Jahren Beziehung. Ich spreche mit beiden. Erfahre die Gründe und verstehe die Notwendigkeit einer Neuausrichtung. Zwei Monate später sind sie wieder zusammen. Ich erleben sie als ein zufriedenes Paar, dass aufeinander Rücksicht nimmt. Sich sieht, wertschätzt. Viel positive Kommunikation. Aber wird es diesmal halten?

Ein Standesbeamter mit 30 jähriger Erfahrung erzählt mir, dass es immer öfter vorkommt, dass Paare heiraten, sich scheiden und wieder einander heiraten. Sozusagen der zweite Anlauf. Aber auch dieser funktioniert nicht, sagt der Standesbeamte. Denn die ursprünglichen Ursachen für die erste Scheidung sind nicht weggezaubert. Die alten Konflikte tauchen wieder auf. Es sei denn beide hatten Zeit sich weiter zu entwickeln. Neue Perspektiven einzunehmen.

Meine Erfahrung ist, dass Trennnungen auf Zeit funktionieren können, dies aber selten tun. Die Sehnsucht nach der Vertrautheit des Partners / der Partnerin bringt beide oft wieder zusammen. Die guten Erinnerungen an vergangene Zeiten tauchen nach einiger Zeit auf. Für viele ist die Bewältigung eines Alltags (und der Freizeit!) alleine eine größere Herausforderung als das gemeinsame Leben. Für andere ist „die Zeit zum Nachdenken“ erforderlich und die alte Beziehung wird dadurch wieder positiver bewertet.

Selbst habe ich ein „Zurückgehen“ noch nicht erlebt. Aber im Freundeskreis schon oft gesehen. Bei manchen ist das Trennen und Zusammengehen ein Muster, dass sich über Jahre wiederholt. Ein bisschen ein Teufelskreis der zum Engelskreis und dann wieder zum Teufelskreis wird. Was hat den Paare geholfen? Die Besinnung auf die wesentlichen Dinge in einer Beziehung. Wertschätzung, Vertrauen, Kommunikation und last but not least die Liebe.