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Wie baue ich eine stabile Kommunikationsbrücke in meiner Beziehung?

Kommunikation ist das Herzstück jeder Beziehung und eine Kommunikationsbrücke ist das Skelett, auf der die Komunikation aufbaut. Am Anfang einer Beziehung läuft die Kommunikation wie geschmiert. Jeder Wunsch wird von den Lippen gelesen. Mit den Tagen, Wochen, Monaten und Jahren tauchen die ersten Kommunikationslücken auf. Diese waren vielleicht schon immer da. Oder sie enstehen dadurch, dass sich Kommunikation abnützt. Also was tun? So früh wie möglich, gilt es Kommunikationsbrücken zu bauen.

Komm, lass uns eine Kommunikationsbrücke bauen....
Komm, lass uns eine Kommunikationsbrücke bauen….

Was ist eine Kommunikationsbrücke?

Stellen wir uns eine Brücke vor. Sie hat mehrere Pfeiler. Auf die Beziehung umgemünzt bedeutet dies, dass eine Beziehung von mindestens zwei Menschen getragen, aufgebaut und gestaltet wird. Ebenso wie von deren Kommunikation, Liebe, Wertschätzung, Aufmerksamkeit und – ganz wichtig – von deren Zeit füreinander. Damit gemeint ist die Zeit in der es außer der Beziehung nichts gibt. Da gibt es kein Fernsehen, kein Handy, keine Zeitung, kein Internet. Es gibt „nur“ Zeit in der wir miteinander sprechen. Dies ist die Ausgangslage für den Aufbau einer Kommunikationsbrücke.

Phase 1: Vorbereitung für den Brückenbau

1. Bereitet den Raum /Ort für Eure Kommunikationsbrücke vor: Wichtig ist dabei, dass die klassischen Quellen der Ablenkung, wie z.B. Fernsehen, Mobiltelefone oder Radio ausgeschaltet werden. Solltet ihr Kinder haben, gilt es einen Zeitpunkt zu finden, wo ihr nicht abgelenkt werden könnt durch aktuelle Bedürfnisse und Fragen der Kinder.

2. Sprecht miteinander: Versucht nicht über den Alltag, Beruf oder Kinder miteinander in dieser Zeit zu sprechen. Sondern sprecht darüber was Ihr gemeinsam für Ziele und Wünsche habt. Findet heraus wohin der gemeinsame Weg gehen soll. Sprecht darüber wie es euch geht.

Kommunikation neu erleben
Kommunikation neu erleben

Phase 2: Brückenpfeiler (= DU und ER/SIE) werden etabliert

3. Drückt Eure Bedürfnisse aus: Erzähle Deinem Partner / Deiner Partnerin von Deinen persönlichen Träumen. Rede darüber wo Du Freiräume benötigst. Wo Du Dich stark fühlst und wo nicht.

Phase 3: Brücke wird auf Brückenpfeiler gebaut /darüber gelegt

4. Aktives Zuhören: Jetzt geht es an das Eingemachte. Die Königskunst des Brückenbaus ist das aktive Zuhören und das Entschlüsseln. Dein Partner / Deine Partnerin beginnt nun damit die Brücke zu bauen. Er / Sie hört aktiv zu und wiederholt das was er/sie gehört hat.

Ein Beispiel zum Ausprobieren
Ein Beispiel zum Ausprobieren

5. Entschlüsseln: Hinterfrage Begriffe die Dir nicht klar sind. Gebe Deinem Partner / Deiner Partnerin Gelegenheit dazu, zu erklären was genau gemeint ist. Entschlüssele die Beziehungs-Begriffe. Erkläre wie und wo Dein Partner / Deine Partnerin Dir helfen kann.

So entsteht die Kommunikationsbrücke in Eurer Beziehung. Auf dieser Brücke kann ein Austausch stattfinden. Entlang dieser Brücke könnt Ihr über alle Beziehungs-relevanten Themen sprechen.

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Phase 4: Regelmäßiger Brückenservice (= Beziehungspflege)

Jetzt steht die Kommunikationsbrücke. Regelmäßige Wartung ist erforderlich, indem Du mit Deinem Schatz immer wieder 2er-Zeit verbringst. Das ist Zeit in der ihr

  • miteinander (z.B. ohne Kinder) Spaß habt
  • eine Beziehungsreise erlebt
  • über die aktuellen Bedürfnisse, Ziele und Wünsche miteinander sprecht.
Erlebe auf Eurer Beziehungsreise Kommunikation neu
Erlebe auf Eurer Beziehungsreise Kommunikation neu

Viel Spaß beim Brückenbau und beim Brückenservice. Ihr könnt mir gerne Eure persönliche Brückengeschichte erzählen. Dabei interessiert es mich zu hören was für Euch die wichtigsten Teile / Bestandteile der Brücke, äh Beziehung sind.

 

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Sind Sie Masters oder Desasters of relationship?

Eine Beziehung wird oft als Meisterstück des eigenen Lebens gesehen. Masters of relationships sind daher Beziehungs-Meister.

John Gottman – ein amerikanischer Scheidungsforscher – begleitet Paare über Jahrzehnte. Sein Ziel ist es herauszufinden, was die „Masters of relationship“ von den „Desasters“ of relationship“ unterscheidet. Dabei entdeckte er einen Punkt in der Beziehungsqualität, der mir in meiner Arbeit als Mediator auch schon oft aufgefallen ist. Dieser Punkt ist die Neugierde.Paarkommunikationsanalyse

Paare, die als „Masters of relationship“ bezeichnet werden, wissen viel über ihre PartnerInnen. Und was noch wichtiger zu sein scheint: Sie wollen mehr wissen. Nicht indem sie dauernd nachbohren, Fragen stellen und die intimsten Geheimnisse kennen lernen wollen. Sondern indem Sie sich für Veränderung und Weiterentwicklung ihrer PartnerInnen interessieren.

Woran erkennt Gottman diese Paare? An ihrer Fähigkeit offene Fragen zu stellen.

Hier einige Beispiele für offene Fragen:

– Thema Zukunft: Was sind die nächsten Ziele und Wünsche in Deinem Leben?

– Thema Vorbildwirkung: Wie siehst du dich als ………….. (z.B. Mutter, Vater, Sohn, Ehemann, Ehefrau) und wie hat sich diese Rolle verändert?

– Wer sind Deine Vorbilder? und Warum?

Stellen Sie offene Fragen und hören Sie zu. Paare, die einander offene Fragen stellen und dazu imstande sind aktiv zuzuhören, sind die „Masters of relationship“. Deren Beziehungen sind stabil und verfügen über eine positive Beziehungsqualität. So einfach ist das.

Oder vielleicht doch nicht? Zuhören wird mit der Zeit schwieriger, unsere Ohren werden „stumpf“. Daher brauchen Beziehungen regelmäßig Pflege, um zuhören, fragen und verstehen nicht zu verlernen.

TIPP: Wenn Sie aktives Zuhören „aus“üben wollen: Offene Fragen mit einer Anleitung zum zuhören finden Sie in der Einsteiger-Variante im Easy-Kommunikations-Set und für Fortgeschrittene im ersten interaktiven Kommunikationsspiel für Paareder Beziehungsreise. Check it out 🙂

Paarkommunikation
Kommunikation innnerhalb und außerhalb der Box

 

 

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Der vermeintliche Einfluss der Eltern auf unsere Beziehung

Die Macht der Eltern: Wir prägen unsere  Kinder. Oder  tun wir dies doch nicht? Laut „The blank slate“ von Steven Pinker ist nicht unsere Erziehung wesentlich, sondern vielmehr  unsere Gene und die Umgebung in der Kinder aufwachsen. Unsere Kinder werden

  • zu 50% durch unsere Gene,
  • zu 10% durch unsere Erziehung (shared environment)  und
  • zu 40% durch ihre Umgebung (= unique environment wie Freunde, Schule, etc.) beeinflusst und geprägt.

Selbiges gilt für uns selbst. Und unsere eigenen Eltern. Und was hat das mit Beziehungen zu tun?Füße_Kind_Erwachsener_Herbert_Flickr

Die persönlich relevante Frage, die für unsere Beziehung wertvoll ist lautet Wer oder was hat uns selbst geprägt? Von wem habe ich kommunizieren, streiten oder  diskutieren gelernt bzw. kopiert?Wir denken es sind die Eltern, denn das haben wir am Öftesten gehört und gelesen. Doch vielleicht waren es nicht die Eltern. Sondern (siehe oben) jemand aus unserem Umfeld, deren Kommunikationsmuster (d.h. auch Streitmuster und Konfliktverhalten) wir verinnerlicht haben. Das sind die Vorbilder, die uns auf dem Weg zu unseren PartnerInnen leiten. Das ist oft sehr unbewusst. Denn der neue Partner, die neue Partnerin sieht oft nicht so aus wie  unser von uns im Herzen verehrter oder getragener Elternteil bzw. ein mögliches anderes Vorbild. Doch im Verhalten, in den Werten gibt es  vielleicht Ähnlichkeiten.

 Wie finden wir diese Werte heraus? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Durch Kommunikation: Setzen Sie sich zusammen und sprechen Sie darüber, wie bei Ihnen zuhause und in Ihrem Umfeld kommuniziert wurde. Und schauen Sie sich an, was davon für Sie persönlich, für ihhren Partner/Ihre Partnerin und für die Beziehung passt. Orientieren Sie sich an den 5 W´s und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wer waren Ihre wichtigsten Bezugspersonen? Wer sind Ihre Vorbilder? Was an Ihnen haben Sie gerne übernommen, bzw. würden Sie gerne übernehmen? Schreiben Sie sich dies auf bevor Sie die nächsten Fragen beantworten. Je nachdem wer das Vorbild war, passen die Fragen besser bzw. schlechter. Da wir oft über unsere Eltern und ihren Einfluss nachdenken, habe ich sie als „Platzhalter“ für Gene und Umgebung als Einflussfaktoren auf unsere Erziehung und Werte herangezogen. Verändern Sie daher die Fragestellungen, falls es nicht passend erscheint.
  • Vorbilder (Eltern / Umgebung): Wer hat geredet / gestritten / geschwiegen? Wer hat angefangen? Wer hat aufgehört? Wie ist das bei Ihnen im Vergleich?
  • Wo haben Ihre Eltern miteinander (nicht) geredet und wie machen Sie das selbst? Was würden Sie daran gerne ändern?
  • Wie haben Ihre Eltern miteinander gesprochen? Offen / verdeckt? Direkt / indirekt? Laut oder leise?
  • Worüber haben Ihre Eltern miteinander gesprochen? War es eher positive oder negative Kommunikation? Wie war das Verhältnis von positiver und negativer Kommunikation? 5:1 oder schlechter? Wie ist es in Ihrer eigenen Beziehung?
  • Wie oft haben Ihre Eltern miteinander gesprochen? Und wie oft tun Sie dies miteinander? Wie viele Störquellen der Kommunikation kennt Ihre Beziehung

2. Durch eine Partnerlandkarte: Hier sind die Fragen vorgegeben und Sie können sich anhand des Vordrucks darüber austauschen, wie es bei Ihnen zuhause war. Nutzen Sie es immer wieder, um zu sagen was Ihnen daran gefallen hat. Und was Sie gerne in der eigenen Beziehung erleben und auskommunizieren würden. Die Partnerlandkarte können Sie im Rahmen einer Beziehungsreise erkunden.

3. Durch eine Beziehungsreise: Die Beziehungsreise ist  ein Teil des von mir erfundenen Beziehungskoffers. Sie beantworten gemeinsam Fragen und reisen somit miteinander von der Beziehungwüste bis ins Beziehungsparadies. Durch verschiedene Kommunikations-Werkzeuge erleben Sie Werkzeuge wie Aktives Zuhören und Entschlüsseln. Im Unterschied zu den oben genannten Methoden (Punkt 1 und Punkt 2) ist die Beziehungsreise spielerisch und erlaubt auch mit Fragen aus dem ernsten Beziehungs-Teil auszusteigen und einfach nur miteinander Spaß zu haben. Dafür werden nicht automatisch alle Teile die z.B. in der Partnerlandkarte angesprochen werden abgedeckt.

Tipp: Sehen Sie die obige Übung als einen Anstoß zum Gedankenaustausch. Letztendlich geht es darum Klarheit darüber zu gewinnen, welche Werte Sie selbst haben und wie die Werte Ihrer Partnerin / ihres Partners aussehen. Eine Kurzzusammenfassung von Steve Pinkers Buch finden Sie in dem TED-Vortrag von Steven Pinker.

Ohne dieses Wissen geht es nicht. Spätestens wenn Kinder in die Beziehung kommen müssen wir diese Werte weiter vermitteln können und wollen.  Bzw. ein Umfeld für die Kinder schaffen, in dem diese Werte (vor)gelebt werden.  Vorher jedoch sollten wir die Werte kennen. Und zwar unsere eigenen und die unserer PartnerInnen.

Quelle Buch: The blank slate

Quelle Foto: Herbert Haderer

 

 

 

 

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Aktuelle Liebes-Studie: Jedes 4. Paar liebt sich nicht…

Die Liebes-Studie: Lieben Sie Ihren Partner? Diese Frage wurde über 1000 Personen im Alter von 18 bis 74 gestellt. Jede/jeder 4. gab an ihren Partner nicht zu lieben! Dabei nimmt die Liebe mit dem Alter der Paare ab. Während 89% der 18-29 jährigen ihre Partner lieben, sind  dies bei 60-74 jährigen nur mehr 68%.Damit die glückliche Beziehung erhalten bleibt

Erstaunlich, aber wahr. 26% der befragten Paare geben an, dass sie sich nicht (!) lieben. Das ist jeder/jede 4.! Sie bleiben zusammen aus verschiedenen Gründen (Kinder, Finanzen, Bequemlichkeit), lieben sich jedoch nicht. Und hier geht es nicht um die Hollywood-artige Liebe in der man immer ein Lied anstimmt, wenn man sich sieht oder täglich Rosen schenkt. Es geht um Vertrauen, Zärtlichkeit, Innigkeit und Zuneigung.

Wie können Sie herausfinden, wie es um ihre Beziehung steht? Ich glaube, Sie wissen es bereits. Denn jeder hat ein Gefühl dafür, ob er zu den „Glücklichen“ oder den „Nebeinander lebenden“ gehört.

Die Frage ist, WAS TUN, wenn ich merke, dass es nicht mehr so läuft wie ich es gerne hätte in meiner Beziehung? 3 Tipps zur Beziehungspflege als Antwort auf diese Frage:

  • Tipp 1: Reden Sie miteinander. Sprechen Sie es an. Sagen Sie, wie es Ihnen geht. Hier dazu einige Tipps, wie Sie diese Herausforderung meistern könnten.
  • Tipp 3: Gewinnen Sie gemeinsam einen Überblick über die Stärken und Schwächen in ihrer Beziehung: Stimmen Sie den Partner / die PartnerIn darauf ein, worum es in ihrer Beziehung gehen sollte. Kaufen Sie sich einen Beziehungskoffer und machen Sie z.B. eine Beziehungsreise.

Ein Teil der Menschen bleibt in Beziehungen, obwohl es keine Liebe mehr gibt. Ein wesentlich größerer Teil liebt den Partner / die Partnerin. Und das ist eigentlich die gute Nachricht.

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Gefährlicher Beziehungsstress: Das kritische 3. Jahr

Es sind nicht mehr 7 Jahre, sondern scheinbar nur mehr 3 Jahre. Dann gehen die meisten Beziehungen den Bach runter. Judi James – eine Beziehungs-Expertin hat im Auftrag von Warner Brothers 2000 britische Paare befragt, die sich in stabilen Beziehungen befinden. Dabei hat sie herausgefunden, dass sich Paare schon nach 36 Monaten mehr streiten, weniger Sex haben und sich nicht mehr um die Beziehung bemühen.

Hier einige der Befragungs-Ergebnisse: Nach 3 Jahren…

  • streiten Paare im Durchschnitt 2,7 Stunden pro Woche. Am Anfang der Beziehung sind es 1,2h pro Woche.
  • haben Paare nur mehr 1/3 von dem Sex, den sie am Anfang ihrer Beziehung hatten.
  • geben 55% der Paare zu, dass sie zuviel zu tun haben (!) um gemeinsame Zeit /Beziehungszeit einzuplanen.
  • ärgern sich 67% über die Gewohnheiten des Partners /der Partnerin, die sie am Anfang „charming“ fanden. Beispiele für klassische „Turn-offs“ finden Sie hier.
  • gehen Paare nur mehr zwei Mal im Monat in ein Restaurant zu zweit. Am Anfang waren es noch 4 mal pro Monat. Nach fünf Jahren passiert es nur mehr ein Mal pro Monat….

Woran liegt das? Laut Judi James ärgern sich die Paare mit den Jahren immer mehr über die Gewohnheiten des Partners / der Partnerin. Das ist normal. Die „erfolgreichen“ Paare schaffen es sich darüber zu unterhalten. Sie nutzen verschiedene Kommunikations-Werkzeuge. Denn Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg.

3 Tipps:

1. Machen Sie den Kommunikations-Test: Wie ist das Verhältnis von positiver und negativer Kommunikation in ihrer Beziehung?

2. Üben Sie sich im Entschlüsseln und aktiven Zuhören, wenn Sie miteinander sprechen. Machen Sie eine Beziehungsreise und finden Sie heraus, wie es um ihre Beziehung steht.

3. Zeigen Sie Ihrem Partner / Ihrer Partnerin diesen Artikel und geben Sie damit den Anstoss zu einem persönlichen Austausch über die letzten Jahre Ihrer  gemeinsamen Beziehung. Was hat sich verändert? Wie war es früher? Wie ist es jetzt? Was können Sie beide dazu beitragen, damit Sie keinen/weniger Beziehungsstress erleben?

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Denkt weiter!

Dies ist ein Aufruf neue Wege zu gehen. So wie wir nicht mehr daran glauben dürfen, dass Wachstum die Lösung der Wirtschaftsprobleme sein kann, müssen wir uns auch im Umgang mit Paarbeziehungen neue Wege gehen.

In einem Artikel der Zeitschrift „Die Zeit“ vom 17. Februar 2011 denkt Gerd Maas darüber nach, warum wir Wohlstand nicht allein über Wachstum definieren dürfen. Er zitiert dabei die Erkenntnisse von der Stiglitz-Sen-Kommision. Die nennt 8 Dimensionen, die ein gutes Leben ausmachen. Eine davon ist „Soziale Verbindungen und Beziehungen“.

Denkt weiter ! ist sein Aufruf die Wirtschaftskrise zu nutzen, um neue Wege zu gehen. Meiner Ansicht nach gilt das auch für Paarbeziehungen. Denkt weiter! Wir treffen uns, verlieben uns, gehen Beziehungen ein. Dann tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Wir werden „schlonziger“. Kümmern uns nicht mehr so gut. Machen uns weniger oft schön für den Partner / die Partnerin. Gehen weniger aus. Küssen uns weniger. Machen weniger oft Komplimente. Und was noch viel viel wichtiger ist: Wir KOMMUNIZIEREN weniger. Nehmen mehr an. Glauben wir wissen schon, was er/sie sagen will oder noch schlimmer sagen wird. Nehmen somit die Veränderungen im Partner weniger schnell war.

Die Folge davon? Weniger Zufriedenheit, Nähe. Aber noch viel wichtiger: Keine Weiterentwicklng. Denn was nicht gefüttert wird mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Nähe, Zärtlichkeit und Liebe kann nicht wachsen, gedeihen. Wie soll aus dem jungen Beziehungs-Setzling jemals eine starke Pflanze, ein Beziehungs-Baum werden können, wenn wir statt mehr oder ständiger Zuwendung immer weniger Nährstoffe dazu geben.

Daher meine Aufforderung: DENKT WEITER! Gebt eurer Beziehung ein Wachstumselixier aus Zuneigung, Nähe, Anwesenheit, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit. Nicht nur jetzt, wo ihr diesen Artikel lest. Sondern regelmäßig. Sonst dürft ihr euch nicht wundern, wenn es eines Tages nur mehr trockene Erde gibt und sich einer von euch einer anderen Nahrungsquelle zuwendet.

Tipps:

Tipp 1: Findet heraus wie lange ihr jeden Tag miteinander sprecht: Im Durchschnitt spricht ein Paar 3 Minuten jeden Tag über beziehungsrelevante Themen. Wie lange ist es bei euch? Macht die Paarkommunikationsanalyse oder findet heraus wie bei euch das Verhältnis zwischen positiver und negativer Kommunikation aussieht (Gratis Test).

Tipp 2: Geht miteinander auf eine Beziehungsreise und lernt die Partnerlandkarte von einander kennen. Probiert aktives Zuhören, entschlüsseln und Selbstbild-Fremdbild aus.

Tipp 3: Denkt weiter! Setzt euch mit einer ABC-Liste hin und macht 2 Minuten lang ein Brainstorming zu einer der folgenden Fragen: Was könnt ihr selbst in der Beziehung anders machen? Was könnt ihr neu erfinden? Was kann ich neu und anders machen, damit mein Partner / meine Partnerin Wertschätzung, Zuneigung und Aufmerksamkeit von mir bekommt?

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Mingo-Award-Gewinner 2010: Der Beziehungskoffer erhält Auszeichnung als besonders innovatives Produkt

Mit dem Mingo Award 2010 zeichnet die Wirtschaftsagentur Wien  Wiener Klein- und Mikrobetriebe für besonders innovative Projekte und Geschäftsideen aus.

Eine Jury wählte aus fast 200 TeilnehmerInnen den Beziehungskoffer als bestes innovatives Produkt aus, das von der Wirtschaftsagentur Wien mit 5.000 Euro ausgezeichnet wurde. Gesucht wurden im Rahmen des Mingo Awards besonders kreative, neue oder originelle Produkte. Eine ExpertInnen-Jury bewertete die Projekte unter anderem nach Innovationskraft, wirtschaftlichen Aspekten, Beschäftigungseffekten, Nachhaltigkeit und regionaler Bedeutung

6 Monate nach dem Launch des Beziehungskoffers freue ich mich sehr darüber unter so vielen Einsendungen den ersten Preis gewonnen zu haben. Nach zweijähriger Entwicklungszeit und einer Testphase mit 9 Paaren bin ich überglücklich über die Auszeichnung des Beziehungskoffers als besonders innovatives Projekt.

Meine ersten Erfahrungen mit den Käufern des Beziehungskoffers haben gezeigt, dass Paare die den Beziehungskoffer ausprobieren, mehr und nachhaltiger miteinander kommunizieren. Die Kommunikations-Werkzeuge helfen ihnen dabei einander aktiver zuzuhören. Bei 170 verschiedenen Themen findet jeder einen Einstieg in die partnerschaftliche Kommunikation. Dabei kommt vor allem die Beziehungsreise besonders gut an. Paare sind neugierig herauszufinden, wie viele von 100 Punkten sie miteinander erreichen können und wo sie selbst zwischen der Beziehungswüste (bis zu 25 Punkte) und dem Beziehungsparadies (ab 75 von 100 Punkten) landen.

Im Sinne der regelmäßigen Beziehungspflege hat sich die Erfindung dieses Kommunikationsbegleiters für Paare bereits bewährt. Paare nutzen vor allem das erste interaktive Spiel für Paare – die Beziehungsreise – um miteinander zu reden, sich aufmerksam zuzuhören und herauszufinden, was der Partner / die Partnerin zu bestimmten Themen gerade denkt.



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Schädigt Fernsehen die Beziehung?

Neulich saß ich mit einer Freundin zusammen. Sie erzählte von ihrer neuen Beziehung ohne Fernseher. Sie hätten Zeit, um miteinander zu reden. Und wenn REDEN gerade nicht angesagt ist, gäbe es VIEL Zeit zum Lesen.

In meiner Beziehung gibt es seit vielen Jahren keinen Fernseher.  Dies war eine bewußte Entscheidung. Vor allem da ich vor einem Fernseher den „Tunnelblick“ bekomme und nicht mehr auf gesprochene Worte, Kommunikation, Unterhaltung reagiere. Unabhängig davon wie gut oder schlecht das Fernsehprogramm ist. Und wenn ich es gar nicht aushalte, dann können wir uns eine DVD auf dem PC-Monitor reinziehen oder ins Kino gehen.

Im Schnitt schauen wir in Österreich und Deutschland jeden Tag  3,5 Stunden (!) lang fernsehen. Internet-Nutzung ist in diesen Zahlen noch nicht enthalten.  Im Vergleich dazu hat man herausgefunden, dass Paare nur 3 Minuten pro Tag über Beziehung miteinander kommunizieren. Ein Zusammenhang besteht hier nur insofern, als das der Fernseher Beziehungen verdrängt, ausblendet und übertönt. Wichtig ist, dass Sie sich entscheiden ob Sie sich aufeinander beziehen ODER fernsehen wollen. Beides gleichzeitig funktioniert nicht, da aktives Zuhören und Kommunikation neben einem laufenden Fernseher nicht möglich sind. Überlegen Sie daher, wem Sie ihre Aufmerksamkeit WANN schenken. Versuchen Sie mal bewusst den Fernseher nicht aufzudrehen und miteinander zu reden, zu lachen und zu spielen. Sollte Ihnen nichts einfallen, so können Sie mit dem Beziehungskoffer eine Beziehungsreise machen. Vielleicht entdecken Sie Seiten in Ihrer  Partnerschaft, die Sie noch nicht kennen…