Merkmale einer Postnatalen Depression bei Männern

Von Depressionen nach der Geburt bei Frauen wird schon seit einigen Jahren berichtet. Zwischen 15% (Dänemark) und 30% der Frauen (USA)  sollen davon betroffen sein. Dass Depressionen jedoch sich auf Männer übertragen weiß kaum jemand. Zwischen 10 und 25% der Männer erleben zwischen 3 und 6 Monaten nach der Geburt eines Kindes eine postnatale Depression. Amerikanische Wissenschaftler der Eastern Virgina Medical School haben in einer Meta-Analyse Daten von 28.000 Eltern aus 16 verschiedenen Ländern analysiert, die in 43 verschiedenen Studien ausgewertet worden waren.
Der dänische Psychologe Svend Aage Madsen von der Klinik for Psykologi, Pædagogik og Socialrådgivning in Kopenhagen hat die Auslöser für postnatale Depressionen bei Männern beschrieben:
  • Der Mann soll mit dem Kind zum  ersten Mal alleine sein (z.B. in der Nacht)
  • Erstmalige Alleinverantwortung für das Kind für eine bestimmte Zeit
  • Der Partner ist für einige Zeit fort
  • Der Mann wird verlassen
  • Der Tod sehr nahestehender Personen

Die Kennzeichen einer postnatalen Depression sind laut Svend Aage Madsen ähnlich wie die einer „normalen“ Depression. Der wesentliche Unterschied ist der Umstand, dass es um „das Eltern sein“ geht. Gefühle wie Hilflosigkeit („Ich kann es nicht überschauen“, „Nichts hilft“), Hoffnungslosigkeit („Wir hätten nie ein Kind haben sollen“), geringe Selbsteinschätzung („Ich bin ein schlechter Vater“), Schuldgefühle („Ich bin nicht gut genug“), Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit sowie Angst sind in einer postnatalen Depression zu beobachten.

Die amerikanischen Untersuchungen zeigen, dass die Depressionen der Frau auf ihren Mann ansteckend wirken können. Umso mehr gilt es auf beide Elternteile ein genaues Auge zu haben. Neben dem Effekt auf die Männer scheint es auch negative Effekte von postnatalen Depressionen auf die Kinder zu geben.
Was kann ich tun? Rechtzeitig Hilfe holen. Sei es bei einem Psychiater oder bei Paartherapeuten. Und mit ihrem Partner / ihrer Partnerin darüber sprechen, was Sie sehen, wie es Ihnen geht. Denn oft ist Paaren nicht klar, welcher Anteil ihrer Probleme und Streitigkeiten vom Schlafmangel, der Umstellung auf eine neue Situation bzw. von Depressionen kommt. Das gemeinsame Gespräch ist der erste Schritt der Hilfe zur Selbsthilfe. Eine Gesprächstherapie mit einem Therapeuten der nächste Schritt.

Quelle Foto: Herbert Haderer

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